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GroKo verliert an Zustimmung – Option Schwarz-Grün bleibt stabil

Renner, Marc Reuters
·Lesedauer: 3 Min.

Die Regierungskoalition von Union und SPD verliert laut einer aktuellen Umfrage an Boden. Grüne wie SPD werben indes für eine Koalition ihrer Parteien.

Die Koalition rutscht im Sonntagstrend leicht ab. Foto: dpa
Die Koalition rutscht im Sonntagstrend leicht ab. Foto: dpa

Die Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD büßt laut Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar an Zustimmung ein. Im wöchentlich für die Zeitung „Bild am Sonntag“ erhobenen Sonntagstrend verlieren die Regierungsparteien jeweils einen Prozentpunkt.

Demnach kommen CDU/CSU, die bereits in der Vorwoche einen Prozentpunkt zurückgefallen war, nur noch auf 34 Prozent, die SPD sinkt auf 16 Prozent. Sie hatte in der Vorwoche noch um einen Prozentpunkt zugelegt.

Die Grünen und die Linkspartei legen um jeweils einen Punkt auf 19 beziehungsweise acht Prozent zu. Die FDP hält sich stabil bei acht Prozent, während die AfD um einen Punkt auf neun Prozent abrutscht. Die sonstigen Parteien würden sechs Prozent (+1) wählen. Für die Zeitung hatte Kantar 1.905 Menschen im Zeitraum vom 11. bis zum 17. Februar befragt.

Grünen-Bundesgeschäftsführer: SPD wäre Wunschpartner

Während die regierende Große Koalition damit aktuell in der Wählergunst nur noch bei 50 Prozent liegt, käme eine nach der Bundestagswahl denkbare schwarz-grüne Regierung auf 53 Prozent.

Für die Grünen wäre jedoch die SPD nach der Bundestagswahl der bevorzugte Koalitionspartner. „Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre Grün-Rot meine Wunschregierung“, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Auch der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans wirbt für eine Koalition mit den Grünen nach der Bundestagswahl. CDU und CSU mit ihrer Politik des Konservierens gehörten auf die Oppositionsbank, wird er von der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zitiert.

Rot-Grün in allen Umfragen deutlich unter 40 Prozent

„Eine andere, eine progressive Mehrheit, die den Wandel annimmt und gestaltet, geht nur mit einem rot-grünen Kern“, betont Walter-Borjans. „Angesichts der Herausforderungen vor denen Deutschland während und auch nach der Pandemie steht, halte ich eine verlässliche Zusammenarbeit mit den Grünen, gerade im Hinblick auf eine klimaneutrale Industriepolitik, für die richtige Kombination.“

Dass es dafür bei der Bundestagswahl Ende September reicht, ist allerdings höchst unwahrscheinlich: Im Sonntagstrend kommen die Partei zusammen nur auf 35 Prozent, auch in anderen Umfragen bleiben sie zusammengenommen deutlich unter 40 Prozent.

Seine Partei kämpfe zunächst für ein eigenes gutes Ergebnis, sagte Grünen-Politiker Kellner. „Denn das ist der Garant dafür, dass die Gesellschaft sozialer und ökologischer wird.“ Über Koalitionen werde man sprechen, wenn die Wahlergebnisse feststünden. „Dabei werden wir mit allen demokratischen Parteien sprechen. Aber natürlich werden wir genau ausloten, mit wem wir am meisten durchsetzen können.“

Hindernisse gebe es in allen denkbaren Konstellationen zu überwinden. „Liebesheiraten gibt es in der Politik nicht.“

Bundesbürger sehen Söder weit vor Laschet

Kellner trat dem Eindruck entgegen, dass eine Koalition mit CDU und CSU nach der Wahl gesetzt sei. „Uns Grünen geht es bei der Bundestagswahl nicht darum, wer neben der Union den Juniorpartner stellt. Es geht für uns darum, die Union im Kanzleramt abzulösen. Es geht um Grün gegen Schwarz, nicht um Schwarz-Grün.“

Noch ist offen, mit welchem schwarzen Spitzenkandidaten die Grünen im Falle eines Falles zu verhandeln hätten. CDU-Chef Laschet hatte eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur zuletzt für das Frühjahr angekündigt.

Den Ergebnissen der Kantar-Umfrage zufolge sehen die Bundesbürger CSU-Chef Markus Söder bei der Frage nach dem Kanzlerkandidaten der Union bei der anstehenden Bundestagswahl vorne. Er sei wesentlicher geeigneter als der CDU-Vorsitzende Armin Laschet: Söder kommt auf eine Zustimmung von 50 Prozent der Befragten, Laschet überzeugt 24 Prozent. 26 Prozent sind unentschieden.