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Großbritannien zeigt sich im Fischereistreit mit Frankreich weiter unnachgiebig

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Boris Johnson in Glasgow (AFP/Oli SCARFF)

Großbritannien zeigt sich im Streit mit Frankreich um Fischerei-Lizenzen in britischen Gewässern weiter unnachgiebig. Die Position des Vereinigten Königreichs in der Frage habe sich nicht geändert, sagte Premierminister Boris Johnson am Dienstag in Glasgow. Paris hatte zuvor das Inkrafttreten angedrohter Sanktionen unter Verweis auf erwartete Bewegung auf der britischen Seite vorerst verschoben.

Paris und London streiten infolge des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU seit Monaten über Fischereirechte in britischen Hoheitsgewässern. Frankreich wirft den britischen Behörden vor, zu wenige Fanggenehmigungen für eigene Schiffe zu erteilen. Gemäß dem Brexit-Handelsabkommen mit der EU haben Fischer ein Anrecht auf eine Lizenz, wenn sie die fraglichen Gewässer nachweislich bereits vor dem Brexit befischten.

Die britische Seite verwies bislang auf die gängigen behördlichen Verfahren. Es gebe nichts zu verhandeln, sagte ein Sprecher Johnsons noch am Sonntag. Der Streit drohte später zu eskalieren: Frankreich kündigte ab Dienstag Strafmaßnahmen gegen britische Fischer und Händler an, machte diese Drohung jedoch nicht wahr.

Gespräche zwischen Vertretern der beiden Länder werden derzeit unter Vermittlung der EU-Kommission geführt. Der französische Präsident Emmanuel Macron sicherte zu, auf Sanktionen zu verzichten, solange diese Verhandlungen liefen. Er habe "erste Signale" Londons zur "Beschleunigung" der Gespräche wahrgenommen, sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune.

Johnson sprach dem Fischerei-Streit hingegen grundsätzlich die Bedeutung ab: "Wir arbeiten sehr, sehr eng mit unseren französischen Freunden und Partnern an den Dingen, die wichtig sind" - etwa dem Klimawandel und der Reduzierung der CO2-Emissionen. Im Vergleich zur Klimapolitik seien die Fischereilizenzen "wirklich irrelevant".

pe/ck

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