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"Grippalisierung": Spanien will zeigen, dass es möglich ist, Corona hinter sich zu lassen – doch die Strategie birgt ein Risiko

·Lesedauer: 2 Min.
Ein Leben nach dem Virus: Spaniens Regierungschef will einen Strategiewechsel in der Pandemiepolitik
Ein Leben nach dem Virus: Spaniens Regierungschef will einen Strategiewechsel in der Pandemiepolitik

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht im Umgang mit der Corona-Pandemie eine neue Phase anbrechen. "Die Zukunft der Pandemie zeichnet dank der Impfkampagne einen ganz anderen Horizont als den, den wir in der Vergangenheit erlebt hatten", sagte der 49-Jährige im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". Die Impfquote in Spanien beträgt bei den über-12-Jährigen 90,4 Prozent. Deshalb stehe Spanien, so wie auch andere Länder, gerade vor einer neuen Phase im Umgang mit der Pandemie. Man müsse weiter vorsichtig bleiben, aber man wisse auch, dass dank der Vakzine die Belegung in den Krankenhäusern und die Sterblichkeit niedriger seien, erklärte Sánchez weiter.

In Spanien wird gerade die Strategie der "Grippalisierung" diskutiert. So fordern manche Experten angesichts der hohen Impfquote, Covid-19 zu überwachen wie eine saisonal auftretende Krankheit. Denn im Vergleich zu vorangegangenen Corona-Wellen ist die Sterblichkeit in Spanien diesmal verhältnismäßig gering. Ein solcher Strategiewechsel würde auch bedeuten, dass nicht mehr jeder Verdachtsfall getestet wird, sondern nur noch Stichproben genommen und dann hochgerechnet werden. Diese Hochrechnungen wären dann die Grundlage für ein Frühwarnsystem. Befürworter führen an, dass dieser Weg Ressourcen und das medizinische Personal schonen würde.

Doch die Strategie birgt auch ein Risiko. Die Letalitätsquote beträgt in Spanien immer noch 1,12 Prozent. Das bedeutet, dass jeder 1000. Infizierte stirbt. Zudem gibt es auch in Spanien Berichte über überlastete Krankenhäuser, auch in Testzentren müssen Menschen lange warten.

Die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann warnte vor einem Vergleich zwischen Covid-19 und der Grippe. Im ZDF sagte sie: "Covid-19 ist keine Grippe. Das ist eine wirklich schwere Erkrankung." Besonders angesichts der deutlich niedrigeren Impfquote ist in Deutschland an eine solche Strategie wohl noch nicht allzu bald umsetzbar.

Ministerpräsident Sánchez bekräftigte dennoch seine Forderung, sich auf den Übergang von einer Pandemie zu einer Endemie vorzubereiten. Dafür müssten schon jetzt "Brücken entworfen" werden, betonte Sánchez. Die WHO hatte solche Pläne jedoch am Dienstag als verfrüht bezeichnet, da die Entwicklung des Virus nur schwer abzusehen sei.

Am Montag will Sánchez in Madrid Bundeskanzler Olaf Scholz zu dessen Antrittsbesuch in Empfang nehmen. Geplant ist ein gemeinsames Gespräch, bei dem auch die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Mittelpunkt stehen soll, wie das Bundespresseamt mitteilte.

toh/dpa

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