Deutsche Märkte öffnen in 4 Stunden 4 Minuten
  • Nikkei 225

    29.107,98
    +89,65 (+0,31%)
     
  • Dow Jones 30

    33.823,45
    -210,22 (-0,62%)
     
  • BTC-EUR

    31.765,26
    -1.018,37 (-3,11%)
     
  • CMC Crypto 200

    940,56
    -29,32 (-3,02%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.161,35
    +121,67 (+0,87%)
     
  • S&P 500

    4.221,86
    -1,84 (-0,04%)
     

"Klimaschädliche Ressourcenverschwendung": Amazon soll weiterhin Neuware vernichten

·Lesedauer: 3 Min.
Logo von Amazon
Greenpeace erhebt Vorwürfe gegen Amazon. (Bild: AFP)

Der Onlineriese Amazon vernichtet nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace auch weiterhin Neuware. Am Standort Winsen in Niedersachsen würden an acht Arbeitsplätzen originalverpackte Produkte für die Vernichtung vorsortiert

Nach Angaben von Greenpeace zeigen Filmaufnahmen eines Greenpeace-Rechercheurs, der mehrere Wochen als Angestellter im Amazon-Logistikzentrum in Winsen gearbeitet habe, dass der Versandhändler "allein an einem Standort jede Woche mindestens eine Lkw-Ladung nicht verkaufter Ware, von T-Shirts über Bücher bis hin zu fabrikneuen Elektroartikel" entsorgt. Die Aufnahmen sollten am Abend im ARD-Magazin "Panorama" gezeigt werden.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Die Umweltorganisation kritisierte, die Zerstörung der Waren geschehe, obwohl im vergangenen Jahr ein Gesetz gegen diese Form von Ressourcenverschwendung in Kraft getreten war. Die sogenannte Obhutspflicht soll verhindern, dass intakte Ware zerstört wird. Doch bisher werde die Obhutspflicht weder umgesetzt noch von den Behörden überwacht. Der Konzern nutze aus, dass es bisher an einer Rechtsverordnung zur Obhutspflicht fehlt, weshalb keine Strafen verhängt werden.

Greenpeace kritisiert "Ressourcenverschwendung" - Amazon verteidigt sich

Ein Amazon-Sprecher erklärte, das Unternehmen halte seine Obhutspflichten hinsichtlich der vertriebenen Waren ein. "Wir haben Maßnahmen implementiert, um die Warenvernichtung so weit wie möglich zu vermeiden", sagte er. Amazon arbeite daran, "möglichst gar keine Produkte" zu deponieren.

"Nur wenn wir keine andere Möglichkeit mehr haben, geben wir Artikel zum Recycling oder zur Energierückgewinnung - oder als allerletzte Option - zur Deponierung", erläuterte der Sprecher. Dieser Weg sei allerdings "die letzte und am wenigsten attraktive Option - ökologisch und ökonomisch". Tatsächlich liege "die Zahl der von Amazon verkauften und versandten Produkte, die entsorgt werden müssen, im Promillebereich".

Lesen Sie auch: EU-Gericht kippt Beschluss zu Amazon-Steuernachzahlung

Zudem argumentiert das Unternehmen in einem Blogeintrag zu dem Thema, dass Sachspenden in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen ein wichtiger Ansatz seien - hierbei gebe es allerdings eine Benachteiligung von Unternehmen. Denn das deutsche Steuerrecht verpflichte Unternehmen dazu, Umsatzsteuer auf den Wert aller gespendeten Waren zu entrichten - mit Ausnahme von verderblichen Lebensmitteln. Für Unternehmen in Deutschland sei es daher oft teurer, Waren zu spenden als sie zu entsorgen.

Greenpeace-Konsumexpertin Viola Wohlgemuth kritisierte indes, Amazon setze "allein auf schnellen Umsatz und hält deshalb den Platz im Regal für wichtiger als das Produkt darin". Dies sei eine "klimaschädliche Ressourcenverschwendung". Wohlgemuth forderte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zum Handeln auf. "Das Vernichten von Neuwaren muss noch in dieser Legislaturperiode strafbar werden."

2020 wurden neue Regeln für Händler eingeführt

Greenpeace hatte schon Ende 2019 dokumentiert, welche Neuwaren in Winsen regelmäßig weggeworfen werden. Dies hatte dazu beigetragen, dass der Bundestag 2020 im Zuge einer Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes neue Regeln für Händler einführte. Die Obhutspflicht schreibt laut Gesetzestext vor, "beim Vertrieb der Erzeugnisse, auch im Zusammenhang mit deren Rücknahme oder Rückgabe, dafür zu sorgen, dass die Gebrauchstauglichkeit der Erzeugnisse erhalten bleibt und diese nicht zu Abfall werden". (jm/ilo)

Im Video:Greenpeace weist in der EU verbotene Pestizide in Obst aus Brasilien nach

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.