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Grünen-Fraktionschefin: Rasch über 9-Euro-Anschlusslösung entscheiden

BERLIN (dpa-AFX) - Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge macht Druck für eine Nachfolgeregelung für das auslaufende 9-Euro-Ticket. "Das Ticket ist ein riesiger Erfolg. Es nicht zu verlängern, wäre eine verpasste Chance, Menschen zu entlasten, die Inflation zu dämpfen und den so nötigen Klimaschutz im Verkehr endlich voranzutreiben", sagte Dröge der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen muss jeder jetzt auch wirklich ernsthaft an einer Nachfolgelösung arbeiten." Wenn nun auch bei der FDP Bewegung in die Sache komme, sei das eine positive Nachricht.

Zuvor hatte Verkehrsminister Volker Wissing auf eine Vereinfachung der Tarifstrukturen gedrungen. "Die Menschen haben durch den Kauf dieser vielen Tickets darüber abgestimmt, dass es so nicht bleiben soll", sagte der FDP-Politiker im Deutschlandfunk mit Blick auf Tarifzonen und Verkehrsverbünde. Für einen Nachfolger des Tickets müssten aber zuerst die Struktur und seine Finanzierung geklärt werden - und dann der Preis. Unter diesen Voraussetzungen sei der Bund bereit, einen Beitrag zur Finanzierung zu leisten.

Finanzminister Christian Lindner bestätigte, dass ihn Wissing überzeugt habe. Der Minister könnte mit einem Bruchteil der Finanzmittel des 9-Euro-Tickets ein bundesweit nutzbares, digital buchbares Ticket realisieren, schrieb der Parteichef auf Twitter. "Jetzt sind die Länder dran. Wenn die Finanzierungsfrage klar ist, kann der Preis festgelegt werden."

Das Nachfolgeticket müsse nicht nur bundesweit gelten, sondern auch bezahlbar sein, forderte Dröge. "Wir müssen jetzt schnell entscheiden." Die Grünen sind für ein Regionalticket für 29 Euro und ein bundesweit gültiges Ticket für 49 Euro im Monat. Eine Finanzierung sei über den Abbau des Dienstwagenprivilegs möglich. "Aber auch andere Finanzierungswege sind denkbar."