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Grüne und Verbraucherschützer wollen Inlandsflüge durch bessere Bahn obsolet machen

Neuerer, Dietmar
·Lesedauer: 2 Min.

In Frankreich sollen künftig für den Klimaschutz Kurzstreckenflüge verboten werden. Grüne und Verbraucherschützer wollen weniger Inlandsflüge ohne ein Verbot erreichen.

Flughafen München: Protestaktion gegen Kurzstreckenflüge (Archivbild). Foto: dpa
Flughafen München: Protestaktion gegen Kurzstreckenflüge (Archivbild). Foto: dpa

Grüne und Verbraucherschützer haben sich zur Eindämmung von Inlandsflügen für massive Investitionen in die Bahninfrastruktur ausgesprochen. Anlass ist die Ankündigung der französischen Regierung, aus Klimaschutzgründen künftig kurze Inlandsflüge zu verbieten.

„Das Vorhaben der französischen Regierung ist konsequent“, sagte der tourismuspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Tressel, dem Handelsblatt. „Angesichts der Klimakrise ist es höchste Zeit, Kurzstreckenflüge so schnell wie möglich überflüssig zu machen.“ Allerdings bedürfe es dazu echter Alternativen zur Kurzstrecke mit dem Flieger.

„Bis 2035 wollen wir deshalb die Bahn auf nahezu allen innerdeutschen Strecken und ins benachbarte Ausland zur schnelleren, komfortableren und günstigeren Alternative machen“, kündigte Tressel an. „Dazu müssen wir massiv in die Bahninfrastruktur investieren und die Wettbewerbsbedingungen zugunsten des Klimaschutzes verändern.“ Wenn die Bahn, wie das in Frankreich vielfach der Fall sei, eine echte Alternative auf bestimmten Strecken sei, „dann wird der Ultrakurz- beziehungsweise Kurzstreckenflug schnell verschwinden“.

Frankreichs Kurzstrecken-Flugverbot ist Teil eines Gesetzes zum Klimaschutz, welches das Kabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Demnach sind Flüge untersagt, wenn eine Zugalternative existiert, deren Fahrtzeit nicht länger als zweieinhalb Stunden beträgt. Der Entwurf regelt außerdem das Verbot beheizter Außenterrassen etwa von Restaurants oder weitere Beschränkungen für umweltschädliche Autos in Städten.

In den Gesetzestext waren Vorschläge aus einem Bürgerkonvent eingeflossen. Daran hatten sich zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Das neue Gesetz steht in der Kritik, weil einige zentrale Forderungen wie ein Tempolimit auf Autobahnen nicht berücksichtigt worden waren.

Digitalisierung und bessere Taktung gefordert

Verbraucherschützer in Deutschland plädieren ebenfalls für eine Reduzierung von kurzen Flügen. Ein Verbot halten sie allerdings für den falschen Weg. Kurzstreckenflüge seien oftmals Zubringer zur Langstrecke. „Deshalb muss die Kooperation mit Bahn und Airlines verstärkt werden, so dass zuverlässig der Anschluss erreicht wird und das Gepäck schon am Bahnhof aufgegeben werden kann“, sagte die Leiterin des Teams Mobilität und Reisen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Marion Jungbluth, dem Handelsblatt.

Zudem müsse Bahnfahren für Verbraucherinnen und Verbraucher bei Kurzstrecken „immer die günstigere Alternative“ zu Kurzstreckenflügen sein. Dazu müsse massiv in Streckenausbau, Digitalisierung und bessere Taktung investiert werden.

Jungbluth sprach sich überdies dafür aus, die finanzielle Förderung des Aus- oder Neubaus von Landebahnen durch Bund und Länder zurückzufahren. „Dann werden Kurzstreckenflüge zurückgehen, ohne dass mit einem Verbot eingegriffen werden muss.“

Denn jeder Flughafenausbau bedeute „Wachstum, das auch mit Kurzstreckenflügen generiert werden muss, um wirtschaftlich einen Flughafen betreiben zu können“. Die VZBV-Expertin bemängelte das Fehlen eines bundesweiten Gesamtkonzepts, um Überkapazitäten zu reduzieren.