Deutsche Märkte schließen in 8 Stunden 17 Minuten
  • DAX

    15.180,74
    0,00 (0,00%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.171,44
    +7,99 (+0,19%)
     
  • Dow Jones 30

    34.092,96
    +6,92 (+0,02%)
     
  • Gold

    1.971,90
    +29,10 (+1,50%)
     
  • EUR/USD

    1,1007
    +0,0013 (+0,12%)
     
  • BTC-EUR

    21.650,69
    +515,07 (+2,44%)
     
  • CMC Crypto 200

    543,14
    +300,46 (+123,81%)
     
  • Öl (Brent)

    76,74
    +0,33 (+0,43%)
     
  • MDAX

    28.849,88
    0,00 (0,00%)
     
  • TecDAX

    3.194,69
    0,00 (0,00%)
     
  • SDAX

    13.163,14
    0,00 (0,00%)
     
  • Nikkei 225

    27.402,05
    +55,17 (+0,20%)
     
  • FTSE 100

    7.761,11
    0,00 (0,00%)
     
  • CAC 40

    7.077,11
    0,00 (0,00%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.816,32
    +231,77 (+2,00%)
     

Dieser Gründer verkauft Luxus-Jägerstände mit Fußheizung und Solaranlage

Patrick Jonas hat zwei Jahre in die Entwicklung der robusten Hochstände gesteckt. - Copyright: Zauberjagd
Patrick Jonas hat zwei Jahre in die Entwicklung der robusten Hochstände gesteckt. - Copyright: Zauberjagd

Wer einen Jagdschein besitzt, verbringt viel Zeit in der Natur – oder besser gesagt: auf dem Hochsitz. Von dort lassen sich Wildschweine und Rehe besser beobachten. Meistens ist es auf Hochsitzen aus Holz ungemütlich eng und wackelig. Als sich Patrick Jonas eines Tages auch noch an einem morschen Hochsitz verletzt, nahm er diese „Negativerfahrung“, so beschreibt er es, zum Anlass, selbst welche zu bauen. Und zwar sicherer und komfortabler.

Kunden können über die Inneneinrichtung des Zauberjagd-Hochsitzes selbst entscheiden. So sei dem Gründer zufolge von einer spartanischen Reviereinrichtung bis hin zur luxuriösen Ausstattung alles möglich. Wer möchte, kann sich also eine Klimaanlage, eine Fuß- und Sitzheizung für die kalten Wintermonate sowie Steckdosen für das Smartphone einbauen lassen. Strom bekommt der Besitzer von der Solaranlage, die auf dem Dach installiert ist. Obendrein bietet die Kanzel noch genug Platz für ein Bett. Dem Gründer zufolge eigne sich der moderne Jägerstand auch als Tiny Haus.

Kostenpunkt: mindestens 7.500 Euro

Die robusten Türme baut das Startup Zauberjagd aus witterungsbeständigen Materialien. Das Untergestell, das die langen Beine des Hochsitzes bilden, ist aus Stahl. Die Kanzel, also der Kasten darauf, besteht aus Aluminiumwaben, die auch im Boots- und Flugzeugbau verwendet werden. Das treibt den Preis in die Höhe: Das günstigste Paket, also Untergestell samt Kanzel ohne jegliche Innenausstattung, kostet 7.500 Euro. Eine Metallbaufirma in Rheinland-Pfalz fertigt das Konstrukt mitsamt der Inneneinrichtung an. Zauberjagd übernimmt die Planung und den Verkauf.

Die Zauberjagd-Türme gibt es in mehreren Farben. - Copyright: Zauberjagd
Die Zauberjagd-Türme gibt es in mehreren Farben. - Copyright: Zauberjagd

Die Preise lassen erahnen, dass sich nicht jeder Jäger solch einen Hochsitz leisten kann. Ein Gestell aus Holz, wie es die meisten Waldbesitzer errichten, kostet rund 1.000 Euro. Der Gründer aus Rheinland-Pfalz spreche mit Zauberjagd vor allem Gutverdiener aus der Industrie, Unternehmer sowie vermögende Familien an, sagt er. Allein im ersten Halbjahr 2021 habe Jonas 20 Hochsitze über seine Website verkauft – sogar an Kunden aus Schweden. Rein rechnerisch wäre das ein Umsatz von etwa 400.000 Euro.

Unnötiger Luxus? 

„Alteingesessene Jäger sagen häufig, dass ein Hochsitz aus Holz sein muss“, sagt Jonas. Viele würden auf das reviereigene Holz zurückgreifen und sich selbst einen Stand errichten. Warum dann der teure Spaß? „In den selbst gebauten Hochsitzen sind oft viele Nägel verarbeitet, der Innenraum mit Teppich ausgekleidet“, was in der Folge „schädliche Stoffe in die Natur abgibt“.  Die Luxustürme können eigenen Angaben zufolge über mehrere Generationen hinweg genutzt werden. In demselben Zeitraum müssen Hochsitze aus Holz mehrmals ausgetauscht werden, was den Ressourcenverbrauch in die Höhe treibe. Im Schnitt seien seine Anlagen also nachhaltiger, findet Jonas.

Für seine Hochsitze spreche ein weiteres Argument, sagt er: „Immer mehr junge Menschen wollen zurück in die Natur und auf einen gewissen Komfort nicht verzichten“. Tatsächlich legen sich immer mehr Personen einen Jagdschein zu – aktuell besitzen fast 400.000 Menschen hierzulande die Lizenz zum Jagen, Tendenz steigend.

Jonas selbst hat den Jagdsport nicht über die eigene Familie kennengelernt, sondern über einen Nachbarn. Er selbst geht etwa zweimal pro Woche auf Jagd – genießt die Ruhe im Morgengrauen und den Vogelgesang. Aktuell arbeitet der Gründer neben seinem Startup in einem Landtechnik-Betrieb. Zwei Jahre arbeitete Jonas in seiner Garage mit seinem Vater an einem Prototypen. Die Kosten, die sich eigenen Angaben zufolge im sechsstelligen Bereich ansiedeln, bezahlte er aus eigener Tasche. Aktuell arbeitet er an einem mobilen Hochsitz, der auf einem Anhängergestell aufbaut, um so einfach hinter dem Auto her gezogen werden zu können.

Dieser Artikel erschien zuerst im Juli 2021.