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Dieser Gründer rät: Löscht für den Urlaub E-Mails und Slack vom Handy

Tobias Stamatis ist Gründer der Digitalberatung Etribes und weiß: Ohne ihn läuft in seiner Firma auch alles ganz gut. - Copyright: Etribes
Tobias Stamatis ist Gründer der Digitalberatung Etribes und weiß: Ohne ihn läuft in seiner Firma auch alles ganz gut. - Copyright: Etribes

Einmal mit dem Finger auf dem Handy ausgerutscht und – zack, ein ganzer Urlaubstag im Eimer? Das geht so: Man liegt entspannt am Pool, öffnet mehr oder weniger automatisch das Postfach und liest diese eine Katastrophenmail. Kunde X mit Problem Y! Kollege Z für Dings! Der Monatsabschluss? Ein Desaster! Schon ist man wieder drin im mentalen Jobkarussell und mit der Erholung war's das.

Weil solche Ausrutscher schnell passieren, rät Tobias Stamatis, Managing Director der Digitalberatung Etribes in Hamburg, zu einer scheinbar radikalen Maßnahme: Löscht das ganze Mailprogramm vom Handy. Und Slack am besten gleich mit dazu. Je nachdem, auf welchen Wegen die Arbeit euch sonst erreicht: Löscht auch die. LinkedIn. Facebook. Messenger-Dienste.

Was passiert, wenn man nicht erreichbar ist? Nichts.

Kann man das bringen? Darf man den ganzen Urlaub über nicht per E-Mail und Slack erreichbar sein? Zumal in einer Führungsposition – was passiert, wenn ich nicht da bin? Die Antwort im Falle vom Etribes-Gründer: nichts. Nichts passiert und das Geschäft läuft weiter.

Stamatis hat das für euch getestet. "Ich musste lernen, loszulassen und zu akzeptieren, dass ich nicht so wichtig bin, dass man nicht auch mal zwei Wochen auf mich verzichten kann", schreibt der Geschäftsführer in einem ausführlichen Post auf Linkedin zu seiner Urlaubsmaßnahme. Für echte Notfälle gebe es ja immer noch das Telefon oder in seinem Fall auch Whatsapp.

"Früher habe ich immer in meine Mails geschaut und auch teilweise Calls im Urlaub gemacht", erzählt Stamatis Gründerszene. So wie viele andere auch. "Ich musste einfach genug reifen, um mich selber nicht zu wichtig zu nehmen und vor allem loszulassen und Vertrauen aufzubauen. Mittlerweile habe ich in meinem Team Leute, mit denen ich seit vier oder fünf Jahren zusammenarbeite – da weiß ich genau, dass die das alles auch ohne mich gelöst bekommen."

Vertrauen in die Kollegen sei das A und O. Und eine gute, "saubere und transparente", wie Stamatis schreibt, Übergabe auch. Jeder seiner Vertreter müsse wissen, woran er gerade arbeite, um in seiner Abwesenheit Verantwortung übernehmen zu können. Zugegeben: Die Verteilung der eigenen Aufgaben auf andere Schultern fällt leichter, je größer ein Unternehmen ist. "Am Anfang einer Gründung ist man oftmals eine One-Man-Show", schreibt Stamatis. Aber mit jedem Wachstumsschritt wird es leichter.

Konsequent nicht erreichbar zu sein, zahlt sich aus

Das Schöne sei: Das im Urlaub nicht erreichbar Sein, klappe umso besser, je konsequenter man offline bleibt. Die Zahl der Nachrichten im Posteingang nehme von Tag zu Tag ab, weil Mitarbeiter und Kunden nach einer Abwesenheitsnotiz wüssten, dass er im Urlaub sei und sie keine Antwort zu erwarten hätten.

Die Angst vor einem überquellendem Postfach am Tag nach der Rückkehr sei eigentlich unbegründet. Weil aber natürlich schon was anfällt, hat er noch einen Pro-Tipp: Gönnt euch einen soften Einstieg zurück in den Job, indem ihr den letzten Urlaubstag zumindest teilweise opfert. „Bei Langstreckenflügen nutze ich den Rückflug. Ansonsten schaue ich, dass ich sonntags Zeit dafür finde, zumindest alle Mails zu lesen", sagt Stamatis. Ist besser als am Montagmorgen zwar frisch gebräunt, aber nach der ersten halben Stunde schon wieder genervt im Office zu hocken.

Auch Verena Pausder löscht etliche Apps

Im Übrigen ist Stamatis nicht der einzige, der Erholung im Löschen von Apps findet. Auch Gründerin und Investorin Verena Pausder berichtet, dass sie sich alljährlich über Weihnachten eine komplette Offline-Zeit gönnt, in der sie sämtliche Social Media-Apps von ihrem Smartphone löscht: „Ich mache jedes Jahr von Mitte Dezember bis Ende Januar sechs Wochen Offline-Zeit, in der ich alle Social Media-Apps, Whatsapp, Mails und so weiter komplett von meinem Handy lösche und in der Zeit nicht nutze. Und alle paar Wochen mache ich auch immer mal wieder Mini-Handy-Auszeiten. Dann lösche ich Instagram, LinkedIn und Co. für ein langes Wochenende und merke, wie gut ich ohne kann. Das schafft Ruhe im Kopf und die drei Minuten De-/Re-Installation sind es auf jeden Fall wert.“ Das schrieb sie unlängst auf Linkedin.

Es ist nämlich auch wirklich kein großes Ding: Apps zu löschen, dauert maximal ein paar Minuten und in fast ebenso wenig Zeit sind sie nach der Auszeit auch wieder installiert. Und für alle, die sich rein technisch sorgen: Inhalte gehen meist nicht verloren, weder E-Mails noch Nachrichten sind weg, wenn ihr nach 14 Tagen die Programme wieder drauf holt und die Inhalte aus der Cloud zieht.

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