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Warum die größten Klimasünder im Gebäudesektor nicht die umstrittenen großen Konzerne wie Vonovia und Co. sind

Besonders Häuser aus den 1970er Jahren sind oft nicht wärmegedämmt. Dadurch geht viel Energie beim Heizen verloren. - Copyright: Getty Images
Besonders Häuser aus den 1970er Jahren sind oft nicht wärmegedämmt. Dadurch geht viel Energie beim Heizen verloren. - Copyright: Getty Images

Energie zu sparen, hat nicht nur mit Blick auf die deutsche Abhängigkeit von russischem Gas eine hohe Priorität. Denn hinter all den akuten Krisen bleibt die Klimakrise – langfristig. Damit Deutschland bis zur Jahrhundertmitte klimaneutral wird, braucht es besonders im Gebäudebereich verstärkte Anstrengungen. Neue Fenster, bessere Dämmung und moderne Heizungen, die am besten ohne Öl und Gas funktionieren – so sehen die Ziele aus.

Doch sie zu erreichen, bis dahin ist es ein weiter Weg. Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgas-Emissionen im Gebäudesektor gegenüber 1990 um 68 Prozent sinken – ein Ziel, dass man aktuell wohl verfehlen würde. Eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft aus dem Mai zeigt, dass mit dem gegenwärtigen Kurs der CO₂-Ausstoß im Jahr 2030 um ganze 18 Prozent höher liegen würde als noch heute.

Doch wer sind die Klimasünder im Gebäudebereich?

Wohnungskonzerne schneiden bei Klima-Sanierungen gut ab

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia (rund 400.000 Wohnungen) rühmt sich für seine Bemühungen. "Die energetische Sanierung ist elementarer Bestandteil unseres Klimapfades", heißt es im Geschäftsbericht. Bis Ende 2022 will man zudem alle Öl-Heizungen ersetzen.

Für das laufende Jahr peilt der Konzern eine Sanierungsquote zwischen 2,0 und 2,5 Prozent an, 2021 betrug sie 2,3 Prozent. Im Jahr davor waren es 2,9 Prozent. Auch der zweitgrößte Immobilienkonzern LEG Immobilien (über 130.000 Wohneinheiten) hat sich vorgenommen, drei Prozent der Wohnungen pro Jahr energetisch zu sanieren.

Barbara Metz, Geschäftsführerin bei der Deutschen Umwelthilfe sagt: "Diese Quoten sind nicht schlecht, besonders weil sie sich in den vergangenen Jahren konstant in diesem Bereich bewegten." Die gesamte Sanierungsquote in Deutschland liegt hingegen bei rund einem Prozent – zu wenig, um die gesetzlichen Klimaziele zu erreichen. Metz sagt: "Erforderlich ist eine Sanierungsquote von drei bis vier Prozent" – auch wenn diese Kennzahl mit Vorsicht zu genießen sei, denn nicht immer sei klar, was genau mit "Sanierung" gemeint sei.

Die größten Klimasünder im Gebäudesektor: jahrzehntealte Eigenheime

Aus Sicht von Metz sind beim Thema Sanierungen weniger die großen Wohnungsunternehmen das Problem. Das liege auch daran, weil sie vor allem energieeffizientere Mehrfamilienhäuser besitzen.

Metz sagt: "Das große Problem sind die Ein- und Zweifamilienhäuser, von denen viele in den 1970er Jahren gebaut wurden. Teilweise wurden diese noch nie energetisch saniert", sagt sie. Diese seien besonders ineffizient – und müssten daher dringend modernisiert werden. Dass Eigenheime seltener saniert werden, liegt auch daran, dass Sanierungen teuer sind und große Unternehmen sich dies oft eher leisten können als Privatpersonen.

Ein Problem ist laut Metz auch eine aus ihrer Sicht falsche Förderpolitik: "Zu oft geht die Förderung in den Neubau, nicht in den Bestand", sagt Metz. Dabei müsse es darum gehen, die ineffizientesten Gebäude als Erstes zu sanieren, denn dort gehe am meisten Energie verloren und der Einspareffekt beim klimaschädlichen CO₂ wäre am größten. Das zeigt: Die Sanierungsoffensive muss bei den Eigenheimbesitzern beginnen.

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