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Gostudent-Gründer Ohswald: „Es ist viel Kapital im Markt, das ausgegeben werden muss“

·Lesedauer: 3 Min.
Gewinner der Pandemie: Felix Ohswald hat aus seinem Bildungs-Startup Gostudent 2021 ein Unicorn gemacht.
Gewinner der Pandemie: Felix Ohswald hat aus seinem Bildungs-Startup Gostudent 2021 ein Unicorn gemacht.

Corona hat aufgezeigt, wie abgeschlagen Deutschland in puncto digitale Bildung ist. Schulschließungen und Home-Schooling endeten kurzum im Chaos: Nach einer Umfrage des ifo-Instituts haben Kinder zuhause halb so viel Zeit mit Lernen verbracht wie vor der Pandemie. Zudem fehlt es an Hard-und Software in Schulen. Davon profitieren nun Startups, die digitale Lern-Materialien entwickeln. Denn der Markt für Educational Technology, kurz Edtech, hat durch die Pandemie ein enormes Wachstum hingelegt: Im Jahr 2020 haben Investoren weltweit mehr als 16 Milliarden Dollar Risikokapital in digitale Lernlösungen gepumpt, so Daten des Marktforschungsunternehmens Holon IQ.

Ein Gewinner ist das Wiener Startup Gostudent, das Online-Nachhilfestunden für Schüler vermittelt: In diesem Jahr haben die Gründer Felix Ohswald und Gregor Müller bereits zwei Finanzspritzen erhalten: 70 Millionen Euro sammelte das Edtech im März ein, weitere 205 Millionen folgten im Juni. Zu den Investoren zählen nicht nur der japanische Konzern Softbank, sondern auch das VC-Unternehmen DST Global, das bereits in Tech-Konzerne wie Twitter, Facebook und Whatsapp investiert hat. Mit einem geschätzten Unternehmenswert von 1,4 Milliarden Euro hat sich das fünfjährige Gostudent inzwischen zum Einhorn etabliert.

CEO Felix Ohswald verrät im Fragebogen, was ihn im Jahr 2021 bewegt hat, warum Rudern für die mentale Gesundheit wichtig ist und wie er die Startup-Szene wahrnimmt.

Was hast du in diesem Jahr neu über dich gelernt?

2021 habe ich gelernt, wie wichtig Kommunikation im Unternehmen ist. Wir sind bei Gostudent in den vergangenen zwölf Monaten von 160 auf über 1.300 Menschen gewachsen. Transparente und regelmäßige Kommunikation spielt eine absolut wesentliche Rolle.

Was hast du in diesem Jahr besonders vermisst?

Das problemlose Reisen. Ich hätte gerne unsere Teams, die mittlerweile in 22 Ländern verteilt sind, noch mehr gesehen. Durch die Distanz und die vielen abgesagten Veranstaltungen fehlte mir oft der enge persönliche Austausch. Ich hoffe auch, dass wir im kommenden Jahr alle zuversichtlicher sein können – das hat mir besonders gefehlt!

Wie würdest Du die Entwicklung der Startup-Szene im vergangenen Jahr beschreiben?

Die Startup-Szene hat extrem an Geschwindigkeit zugenommen. Durch die eingeschränkte Mobilität und die virtuellen Meetings ist viel Speed hineingekommen. Gleichzeitig ist im Markt aufgrund der Niedrigzinsen viel Geld im Umlauf, das ausgegeben werden muss.

Stichwort Mental Health: Wie hältst du dem Druck stand?

Regelmäßig Sport zu machen, ist für mich essentiell. Mich abends eine Stunde auszupowern, hilft mir extrem dabei, abzuschalten. Im Lockdown war meine Rudermaschine zuhause Gold wert.

Hast du ein Hobby neu für dich entdeckt?

I wish! Im letzten Jahr habe ich zu viel gearbeitet, aber es ist ein Vorsatz für 2022.

Wofür hast du dieses Jahr das meiste Geld ausgegeben?

Das meiste Geld in diesem Jahr habe ich für Startup-Investments ausgegeben. Ich habe selbst in andere Firmen wie Aveo und Audvice frühphasig investiert.

Wen hättest du dieses Jahr gern mal zum Lunch getroffen?

Eric Yuan, den Gründer von Zoom. Ich würde mich gerne mit ihm darüber austauschen, wie man den virtuellen Unterricht noch interaktiver gestalten kann.

Welche Startup-News hättest du dieses Jahr gern gelesen?

Innovation und Bewegung im digitalen Bildungsmarkt so stark wie noch nie! Die Pandemie hat weltweit Kinder ins Homeschooling geschickt und den Fokus auf das Thema digitale Bildung gelenkt. Die Zahl der Gründungen im Bildungsbereich steigt rasant.

Von welcher Firma hättest du in diesem Jahr Aktien gekauft, wäre sie an der Börse?

Ich hätte Aktien vom Softwareunternehmen Celonis gekauft. Die Münchner Firma hat es geschafft, das erste deutsche Decacorn zu werden. Das Team ist sehr cool und ihr Geschäft setzt aus meiner Sicht auf einen langfristigen Trend. Celonis entwickelt Software, die Process Mining ermöglicht und verbessert bestehende Prozesse in großen und mittelgroßen Organisationen.

Welchen Trend fandest du 2021 überbewertet?

In den letzten Jahren beobachte ich verstärkt, dass Menschen suggeriert wird, dass sie schnell und einfach Geld verdienen können. Das ist aber meist unrealistisch und hat fast immer einen Haken. Wenn du Spitzenleistung erzielen willst, egal ob in der Kunst, beim Leistungssport oder beim Aufbau einer Techfirma: Du musst fest daran glauben und noch härter daran arbeiten.

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