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Gorillas entlässt mehr als 300 Mitarbeiter – rund die Hälfte aller Angestellten in der Zentrale

Gorillas ist mit Milliarden bewertet, aber es scheint nicht zu laufen.
Gorillas ist mit Milliarden bewertet, aber es scheint nicht zu laufen.

Der 10-Minuten-Lieferdienst Gorillas will nach Informationen des Manager Magazins knapp die Hälfte der Mitarbeitenden in der Zentrale entlassen. Das sind rund 320 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Gorillas hat die Entscheidung am Dienstagmorgen bestätigt. Die Firma arbeite darauf hin, profitabel zu werden, müsse aber ihre Kostenstruktur anpassen. "Vor dem Hintergrund unserer Geschäftsziele haben wir unsere personellen Strukturen sorgfältig geprüft und die schwierige Entscheidung getroffen, unsere Teams weltweit neu aufzustellen", heißt es.

Zudem denke das Lieferunternehmen mit inzwischen offiziellem Sitz in der Niederlanden darüber nach, das Geschäft in mehreren Ländern zu schließen. Man wolle sich auf die fünf Kernmärkte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und USA konzentrieren und die Länder Italien, Spanien, Dänemark und Belgien wohl einstellen.

Das Lieferunternehmen ist derzeit auf der Suche nach neuen Millionen, mit den Einsparungen will es sich vermutlich für potenzielle Investoren aufstellen. Wie Gründerszene im Februar schrieb, will CEO Kagan Sümer „700 Millionen Dollar oder mehr“ einsammeln. Bereits im Oktober holte sich Gorillas eine knappe Milliarde Dollar, zum damaligen Zeitpunkt umgerechnet rund 860 Millionen Euro.

Profitabilität als absolutes Firmenziel

Ebenfalls im Februar verkündete Gorillas, „auf einem starken Weg zur Profitabilität“ zu sein, so eine Sprecherin des Unternehmens. „Einige unserer Mikro-Fulfillment-Center erwirtschaften bereits Betriebsgewinne.“ Laut verschiedenen Berichten des Manager Magazins soll Gorillas allerdings über 50 Millionen Euro pro Monat verbrannt haben.

Gorillas ist übrigens nicht das einzige Unternehmen, dass gerade stärker auf die eigenen Zahlen schauen muss. Die Stimmung bei VCs sinkt, unter anderem wegen steigender Zinsen und fallender Börsenkurse. Die Folge: VCs werden weniger risikofreudig und Unternehmen müssen profitabler wirtschaften.

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