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Google nutzt mögliches Tiktok-Verbot in den USA für sich: Werbetreibende sollen mehr Geld für Youtube ausgeben

Google-CEO Sundar Pichai und Youtube-CEO Neal Mohan. - Copyright: Justin Sullivan/Getty Images; Kevin Mazur/Getty Images
Google-CEO Sundar Pichai und Youtube-CEO Neal Mohan. - Copyright: Justin Sullivan/Getty Images; Kevin Mazur/Getty Images

Die Aussicht auf ein Verbot von Tiktok in den USA mag für Millionen von Nutzern und Influencern der App ein Albtraum sein, für Google ist es ein Traum: Business Insider (BI) hat erfahren, dass Google versucht, Werbetreibende dazu zu bewegen, mehr Geld für Youtube auszugeben – und zwar, indem es auf die Möglichkeit hinweist, dass Tiktok in den USA verboten werden könnte.

Präsident Joe Biden unterzeichnete ein Gesetz, das die chinesische Muttergesellschaft Bytedance dazu zwingt, Tiktok zu verkaufen. Wenn dies nicht innerhalb eines Jahres geschieht, müssen Apple und Google Tiktok aus ihren US-App-Stores entfernen. Tiktok verklagte die US-Regierung wegen des Gesetzes, was für eine Verzögerung sorgen könnte.

Google-Führungskräfte ermutigen daraufhin Mitarbeiter, die Anzeigen verkaufen, diesen Moment der Ungewissheit zu nutzen und mit Kunden ein "wohlüberlegtes Gespräch" über die Folgen eines Tiktok-Verbots zu führen, heißt es in einem internen Dokument, das unseren Kollegen von Business Insider US vorliegt.

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In dem Dokument, das eine Anleitung für die Mitarbeiter von Googles Anzeigenverkaufsabteilung enthält, heißt es, dass die Mitarbeiter die Vorteile von Ausgaben auf Youtube hervorheben sollten, wenn sie mit Werbetreibenden sprechen, einschließlich der "branchenführenden Markensicherheit" der Plattform.

"Angesichts der jüngsten Gesetzgebung, die ein Verbot von Tiktok in den USA wahrscheinlicher macht, ist eine proaktive Kundenansprache von größter Bedeutung", heißt es in dem Dokument.

Das Anzeigenverkaufsteam von Google arbeitet mit den Werbetreibenden zusammen, um die Ausgaben zu erhöhen und den Kunden dabei zu helfen, zu bestimmen, wie ihre Budgets auf die Google-Dienste wie Search, Youtube und Maps verteilt werden.

Das Dokument enthält Beispiele dafür, wie Youtube Tiktok schlägt. Mitarbeiter sollen bei Gesprächen mit Werbekunden diese Beispiele hervorheben. So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass Jugendliche Youtube täglich häufiger nutzen würden als Tiktok. Zudem werden Zahlen aus einem aktuellen Pew Research-Bericht zitiert.

Es wird auch vorgeschlagen, dass Anzeigenverkäufer erwähnen sollen, dass Youtube "höhere Mess-Standards" habe, während Tiktok "die Leistung aufbläht, indem es sich nicht an die Industriestandards hält", wie es in einer Kopie des Dokuments heißt.

Youtube, Tiktok und Meta kämpfen um die Werbeausgaben

Ein Verbot von Tiktok könnte für Youtube enorme Vorteile mit sich bringen. Die Videoplattform ist ein wichtiger Wachstumsmotor für Google, da das Unternehmen versucht, sich über die Suche hinaus weiter zu diversifizieren.

Der Umsatz von Youtube stieg im ersten Quartal um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markierte damit das beste erste Quartal aller Zeiten. CEO Sundar Pichai sagte den Investoren, er erwarte, dass Youtube und Google Cloud das Jahr mit einem Gesamtumsatz von 100 Milliarden US-Dollar (etwa 93 Milliarden Euro) abschließen werden.

Während Youtube immer mehr Werbedollar verschlingt, liegt die Plattform in Bezug auf die Gesamtausgaben für Videowerbung in den USA immer noch hinter Meta, basierend auf den hochgerechneten Daten von eMarketer. Das Zuckerberg-Netzwerk hatte laut dem Marktforschungsunternehmen im Mai 2023 einen Anteil von etwa 30 Prozent an diesem Markt.

In der Zwischenzeit hat Tiktok an Boden gewonnen. E-Marketer prognostiziert, dass Tiktok bis zum Jahr 2025 in den USA bei den Einnahmen für Videowerbung fast mit Youtube gleichgezogen haben wird (vorausgesetzt, Tiktok wird nicht verboten).

eMarketer Daten von Mai 2023 - Copyright: eMarketer
eMarketer Daten von Mai 2023 - Copyright: eMarketer

Youtube hat Shorts eingeführt – als Antwort auf Tiktok

Im Jahr 2020 führte Youtube Shorts ein, seine Kurzvideo-Antwort auf Tiktok, und hat die Möglichkeiten für Werbetreibende verbessert, in diesen Dienst zu investieren. Tiktok ist ebenfalls hinter Metas Führung her. Und wie Youtube versucht auch die in chinesischem Besitz befindliche App, den Fernsehsendern und Videostreamern Werbegelder abzunehmen.

Es ist immer noch nicht klar, wie viel Werbegelder zu Youtube Shorts wandern, aber Google Chief Business Officer Phillip Schindler hat den Dienst auf dem letzten Investorengespräch des Unternehmens angepriesen.

"Werbetreibende geben wirklich nur dann Geld bei uns aus, wenn sie einen positiven Return on Investment sehen. Sie können also davon ausgehen, dass dies nicht passieren würde, wenn es für die Werbetreibenden nicht kurzfristig und auch langfristig funktionieren würde", sagte er.

"Unsere Strategie bleibt die gleiche – wir stecken unsere ganze Energie in das, was für unsere Creator, Zuschauer und Inserenten am wichtigsten ist", schrieb ein Google-Sprecher in einer Erklärung. "Allerdings konnten wir das Dokument nicht überprüfen und können die Behauptungen von Business Insider nicht bestätigen."

Dieser Artikel wurde von Jonas Metzner aus dem Englischen übersetzt. Den Originalartikel könnt ihr hier lesen.