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Glyphosat-Einigung verzögert sich wegen Coronakrise

Eine Einigung im Rechtsstreit um Bayers Unkrautvernichter Roundup dürfte sich angesichts der Coronakrise verzögern. Schlichter Ken Feinberg rechnet zwar mit einem Vergleich, „allerdings nicht mehr in diesem Monat“.

Der Coronavirus-Ausbruch hat Auswirkungen auf die Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung im Rechtsstreit um Bayers Unkrautvernichter Roundup. Die Gespräche dürften sich verzögern, so Schlichter Ken Feinberg zur WirtschaftsWoche. Er bleibe weiterhin „vorsichtig optimistisch“, dass es zu einer umfassenden Einigung kommen werde, „allerdings nicht mehr in diesem Monat“.

Bayer und die Klägeranwälte verhandeln seit Monaten über eine außergerichtliche Beilegung der Prozesse gegen den Chemiekonzern. Insgesamt sind mehr als 40.000 Klagen gegen den Chemiekonzern in den USA anhängig. Sie richten sich gegen das Produkt Roundup, ein Unkrautvernichtungsmittel auf Grundlage der Chemikalie Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Bayer bestreitet dies. Roundup gehörte zur Produktpalette des Agrarkonzerns Monsanto, den Bayer vor zwei Jahren für 63 Milliarden Dollar übernommen hatte.



Vor Gericht war Bayer zuletzt mehrmals gegen Kläger unterlegen und zu Millionenstrafzahlungen verurteilt worden, gegen die jedoch Berufung läuft. Analysten gehen davon aus, dass ein Vergleich für den Konzern teuer werden dürfte. Im Raum stehen rund zehn Milliarden Dollar. Eine Einigung war ursprünglich für diesen Monat angepeilt worden, doch dieser Zeitplan lässt sich laut Schlichter Feinberg nun wohl nicht mehr halten. Die Zeit drängt gleichwohl. Ende April lädt Bayer zur Hauptversammlung. Die Erwartung ist, dass Vorstandschef Werner Baumann spätestens dann eine Lösung präsentiert.