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"Wie Glut in einer Feuergrube": Tschernobyls Kernbrennstoff schwelt wieder, sagen Forscher

·Lesedauer: 2 Min.

In einem unzugänglichen Kellerraum des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine schwelen womöglich wieder nukleare Reaktionen, berichtet die Webseite für Wissenschaftsnachrichten "LiveScience". Im Jahr 1986 kam es bereits zu einer katastrophalen Explosion in Tschernobyl. Forscherinnen und Forscher vor Ort haben kürzlich einen Anstieg der Neutronenzahl in einem unterirdischen Raum namens 305/2 gemessen, so LiveScience. Eine steigende Zahl von Neutronen kann neue Spaltreaktionen signalisieren.

Der radioaktive Abfall glühe „wie Glut in einer Feuergrube“, sagte Neil Hyatt dazu der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Science". Hyatt ist Professor für Nuklearenergie und Ingenieurwesen an der englischen Universität von Sheffield. Es sei möglich, so glauben auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass sich die Glut vollständig entzünden kann. Dies könnte unter Umständen zu einer weiteren Explosion führen. „Es gibt einige Unklarheiten“, sagte etwa der Wissenschaftler Maxim Saveliev, ebenfalls gegenüber "Science". Maxim Saveliev ist leitender Forscher am Institut für Sicherheitsprobleme von Kernkraftwerken (ISPNPP) in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der Forscher fügte hinzu, er könne die Möglichkeit eines Unfalls nicht ausschließen.

Sollte dies passieren, so ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass die Explosion so verheerend wäre wie die Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Bei der Atomkraft-Katastrophe kamen damals etwa 50 Menschen ums Leben. Die durch die Explosion freigesetzte radioaktive Strahlung verursachte in der Folgezeit Tausende Todesfälle in den naheliegenden Gebieten. Im Jahr 2019 wurde daher ein 1,5 Milliarden Euro teurer Schutzbunker, der New Safe Confinement (NCS), gebaut. Mit dem Schutzbunker soll die Freisetzung radioaktiver Strahlung verhindert werden.

So sollte laut "Science" auch der tiefliegende Schutzraum die Neutronenwerte niedrig halten. Während dies in den meisten Bereichen, die vom NCS abgedeckt werden, funktioniert hat, sind die Neutronenwerte in Raum 305/2 in inzwischen vier aufeinanderfolgenden Jahren jedoch gestiegen. Der Anstieg könnte noch einige Jahre so weitergehen, ohne einen Unfall zu verursachen.

Es bestehe auch die Möglichkeit, dass sich die steigenden Werte von selbst wieder regulieren, so Saveliev. Allerdings müssen die Wissenschaftler die Zahlen im Auge behalten – und eingreifen, wenn die Neutronenwerte weiterhin so steigen, warnt der Forscher. Die Ukraine arbeitet für diesen Fall bereits an einem detaillierten Plan, so "Science".

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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