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GlobalWafers mit letztem Versuch zur Rettung von Siltronic-Kauf

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die taiwanesische GlobalWafers Co. wendet sich jetzt direkt an das Wirtschaftsministerium, um die 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des Münchener Waferherstellers Siltronic AG doch noch zu retten.

Hochrangige Manager von GlobalWafers werden sich am Freitag mit Vertretern des Ministeriums treffen, berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Dabei wird es wahrscheinlich vor allem um Zugeständnisse und Verpflichtungen gehen, die GlobalWafers anbieten könnte, um Sicherheitsbedenken der deutschen Seite zu zerstreuen, sagten die Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Das Treffen ist wahrscheinlich die letzte Gelegenheit für das Unternehmen, die Bundesregierung von der Transaktion zu überzeugen. Das Ministerium hat bis Montag Zeit, eine Entscheidung zu treffen. GlobalWafers sagte am Donnerstag, dass die Übernahme noch eine Chance habe, genehmigt zu werden.

“Ich kann bestätigen, dass wir in letzter Zeit nicht in der Lage waren, mit der deutschen Regierung über die Transaktion zu sprechen”, sagte Chief Executive Officer Doris Hsu in einer Erklärung, ohne sich zu den Plänen für das Treffen am Freitag zu äußern.

“Wir haben extrem weitreichende Sicherheitsvorkehrungen angeboten”, fügte sie hinzu. “Allein dies zeigt deutlich, dass wir kein ausländischer Käufer von Schlüsseltechnologien sind, sondern - wie Taiwan - ein starker Partner für die europäische Halbleiterindustrie.”

Bloomberg hatte am Donnerstag berichtet, dass die Bundesregierung wohl die Frist für die Genehmigung verstreichen lassen wird, was die Übernahme wohl scheitern lassen würde. Was genau GlobalWafers vorschlagen könnte, um das Ruder noch herumzureißen, ist unklar. Es hat bereits Sonderstimmrechte in Form einer “goldenen Aktie” angeboten sowie Möglichkeiten, den Kauf ganz oder teilweise rückgängig zu machen.

Das Wirtschaftsministerium prüft das Angebot seit mehr als einem Jahr und bleibe generell skeptisch, sagten die Personen. Die Bundesregierung hat im Jahr 2020 die Regeln für ausländische Übernahmen verschärft, um kritische Infrastruktur und Branchen zu schützen.

Der Zusammenschluss ist heikel, weil Wafer der wichtigste Bestandteil von Halbleitern sind und wegen der politischen Spannungen zwischen Europa, China und Taiwan. Die Halbleiterknappheit und ihre Folgen für die deutsche Industrie dürfte zusätzliche Bedenken gegenüber einem Verkauf ins Ausland geweckt haben.

Überschrift des Artikels im Original:

GlobalWafers Makes Last-Ditch Effort to Secure Siltronic Deal

(Wiederholung von Donnerstag)

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©2022 Bloomberg L.P.

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