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Gipfel-Einigung: Impfungen von Kindern und Jugendlichen werden Ländersache – keine Impflicht für Schüler

·Lesedauer: 2 Min.
Rund 6,4 Millionen Dosen sollen für die Impfung von Kindern und Jugendlichen bereitgehalten werden
Rund 6,4 Millionen Dosen sollen für die Impfung von Kindern und Jugendlichen bereitgehalten werden

In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche gibt es beim Impfgipfel eine Entscheidung. Demnach haben künftig die Bundesländer Hoheit über das Impfverfahren bei dieser Gruppe.

Mit der Zulassung des Impfstoffs und der Aufhebung der Priorisierung, die derzeit für den 7. Juni vorgesehen ist, können sich Kinder und Jugendliche um Impftermine bemühen, heißt es. Am Freitag will die Europäische Arzneimittelagentur EMA ihre Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffes von Biontech für 12- bis 17-Jährige bekannt geben. Bei der Ständigen Impfkommission wird erst später mit einer Empfehlung gerechnet. Sie hatte sich zuletzt kritisch dazu geäußert. In den USA werden hingegen bereits unter 18-Jährige mit dem Impfstoff immunisiert.

Die Länder können demnach auch spezifische Impf-Programme für Unter-18-Jährige aufsetzen. Zudem soll ein sicherer Schulbetrieb auch ohne Impfung aller Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden. Eine Impfpflicht für Schüler soll es folglich nicht geben.

Sicherer Schulbetrieb auch ohne Impfpflicht möglich

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte: "Ein sicherer Schulbetrieb wird auch in Zukunft völlig unabhängig von der Frage sein, ob ein Kind geimpft ist oder ob ein Kind nicht geimpft ist." Für Kita- und Grundschulkinder gelte dies mangels zugelassenen Impfstoffs ohnehin. "Es soll auch kein indirekter Zwang entstehen."

Dies gelte auch für den Urlaub. "Sowohl im europäischen Ausland als auch in Deutschland kann man auch, wenn man keine Impfung hat, Urlaub machen, weil die Testungen dann als Voraussetzungen für die Urlaubsangebote natürlich vollkommen ausreichen werden", sagte Merkel.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: "Keiner muss geimpft werden. Wir wollen Impfangebote machen, aber es gibt keine Impfpflicht."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass etwa 60 Prozent der Schulkinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren eine Corona-Impfung bekommen wollen. Das ging aus einem Vorbereitungspapier des Ministers für den Impfgipfel am Donnerstagnachmittag hervor.

Zu diesem Zweck sollen 6,4 Millionen Impfdosen bereitgestellt werden. Doch noch immer sind Corona-Impfstoffe in Deutschland ein knappes Gut, denn zuletzt fielen Lieferungen geringer oder ganz aus, die Planbarkeit der Impfkampagne wird so erschwert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller warnt deshalb vor zu hohen Erwartungen an die geplanten Corona-Impfungen für Kinder. "Wir haben dafür keine zusätzlichen Impfstoffe", sagte der SPD-Politiker, der der Ministerpräsidentenkonferenz vorsitzt. Es werde daher nach Aufhebung der Impf-Priorisierung am 7. Juni keine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche ab 12 geben. Vielmehr solle ihnen, solle den Familien ein Angebot in Impfzentren oder Arztpraxen im Rahmen der verfügbaren Impfstoffmengen gemacht werden. Es sei gut, dass darüber nun Klarheit herrsche.

Generell sind Kinder durch das Coronavirus zwar weniger gefährdet, doch auch sie können es verbreiten. Auch könnte das Virus in ungeimpften Kindern mutieren und so im schlimmsten Fall auch für bereits Geimpfte wieder gefährlich werden.

Mit Material der DPA