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Gigantische Trümmermengen in Hochwassergebieten bringen Entsorger an Grenzen

·Lesedauer: 2 Min.
Trümmer- und Abfallberge nach dem Hochwasser in Altenahr

Die Aufräumarbeiten in den verwüsteten Flutgebieten im Westen Deutschlands entwickeln sich zunehmend zu einer bundesweiten Anstrengung. Nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) müssen die immensen Trümmer- und Müllmengen auch in anderen Bundesländern entsorgt werden, weil sie die Kapazitäten vor Ort übersteigen. Die Landesregierung koordiniere die entsprechenden Maßnahmen mit den Verbänden der Abfallwirtschaft, sagte er am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf.

"Die Abfallbeseitigung vor Ort ist an ihren Grenzen gekommen. Es braucht hier überregionale Hilfe", fügte Laschet dabei mit Blick auf die aktuelle Lage an. Das Landesumweltministerium habe einen Koordinierungsstab gebildet, um die Abfallentsorgung zu sichern. Dies beinhalte auch vorübergehende Erleichterungen von strengen Vorschriften, etwa bei der Errichtung von temporären zusätzlichen Zwischenlagern oder zu den Nachweispflichten beim Mülltransport.

Mit den Bundesverbänden der Abfallwirtschaft und der kommunalen Wirtschaft seien außerdem unbürokratische Vereinbarungen über die Beseitigung von Müll außerhalb des Landes getroffen worden, sagte Laschet. "Das heißt, auch in anderen Bundesländer werden dann Abfälle aus Nordrhein-Westfalen entsorgt." Er verwies zugleich auf weiterhin bestehende Probleme in den Flutgebieten bei der Strom- oder Telefonversorgung. Auch fehlten dort Fachkräfte wie Statiker und Handwerker. Die Landesregierung arbeite an Lösungen.

Auch die Unternehmen selbst organisierten bundesweite Hilfen für die teilweise völlig verwüsteten Hochwassergebiete. So half der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) nach eigenen Angaben vom Donnerstag dabei, spezielle Spülfahrzeuge sowie Saugroboter samt Bedienpersonal für das rheinland-pfälzische Ahrtal zu finden. Die örtlichen Entsorger benötigen diese dringend, um die von Schlamm verstopften Abwassersysteme zu reinigen und diese dadurch wieder funktionsfähig zu machen. Im VKU sind unter anderem Stadtwerke organisiert.

Nach Verbandsangaben gingen nach einem Aufruf über seine Seiten in sozialen Medien binnen kurzer Zeit genügend Hilfsangebote aus dem ganzen Bundesgebiet ein, um den Bedarf zu decken. Es habe eine "überwältigende Reaktion" gegeben, erklärte der VKU auf Twitter.

Auch in den betroffenen Bundesländern selbst werden schon seit Tagen massiv Entsorgungskapazitäten auf die betroffenen Regionen konzentriert. So stellten viele Landkreise ihre Müllentsorgung auf Notbetrieb um, um möglichst viele Fahrzeuge und Mitarbeiter für die Abfallbeseitigung in Flutgebieten abstellen zu können. Das bedeutet etwa, dass anderswo Abholpläne ausgedünnt werden.

bro/cne

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