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Gewinnmitnahme: Verkaufe deine Aktien nicht unter Wert!

·Lesedauer: 2 Min.

Wer investiert, muss irgendwann auch über eine Gewinnmitnahme nachdenken. Nicht heute. Vielleicht auch nicht morgen. Aber irgendwann kommt das Thema garantiert auf den Tisch.

Doch wann genau ist der richtige Zeitpunkt gekommen? Gerade unerfahrene Investoren freuen sich über minimale Renditen wie Kinder unterm Weihnachtsbaum.

Sobald die Börse etwas wackelt, ist die Geduld dahin. Besser eine magere Rendite von 5 % als ein dickes Minus.

Das sehe ich gänzlich anders! Bescheidenheit ist eine Tugend, die am Aktienmarkt nichts verloren hat.

Der Gang an die Börse muss sich lohnen

André Kostolany war so etwas wie der europäische Warren Buffett. Eine Börsenlegende durch und durch.

Wer Zeit und Muse hat, ist gut beraten, sich ein paar Interviews mit Kostolany anzuschauen. Zwar ist die Börsenlegende seit mehr als 20 Jahren verstorben. Dennoch wirken seine Börsenweisheiten so aktuell wie eh und je.

1994 erläuterte Kostolany in einem Gespräch mit dem TV-Sender 3sat, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg mit deutschen Staatsanleihen spekulierte. Am Ende ging er mit einer dreistelligen Rendite vom Platz.

Viel interessanter als der genaue Hergang dieses Geschäfts war seine Aussage über das Wesen der Gewinnmitnahme. Seiner Meinung nach sollte man niemals mit kleinen Gewinnen vom Platz gehen. Wenn man sich schon an die Börse traut, muss es sich auch lohnen.

Wer eine kleine Gewinnmitnahme plant, hat sich total verrechnet

Wer würde da widersprechen? Selbstverständlich soll eine Gewinnmitnahme mit einer außergewöhnlich hohen Rendite einhergehen.

Doch in der Realität kommt oft einiges dazwischen. Sei es Angst, Ungeduld oder ein generelles Unbehagen mit der Verantwortung der eigenen Entscheidung.

Hinzu kommt der heutzutage arg verzerrte Vergleichsmaßstab. Wenn das Tagesgeld eine Rendite von nahezu 0 % liefert, erscheint eine Rendite von 5 % wie ein Lottogewinn.

Doch wer eine derart magere Gewinnmitnahme plant, hat sich im Grunde total verrechnet. Denn an der Börse wird eigentlich immer nur eine einzige Frage gestellt: Welches Risiko muss ich eingehen, um welchen Ertrag zu generieren?

Bei Aktien befinden wir uns generell in der Hochrisikozone. Selbst ein Index-ETF auf den DAX kann um 60 % oder mehr abstürzen. Wer das weiß, lässt sich sicher nicht mit einer Rendite von 5 % abspeisen.

Unterhalb dieser Rendite verkaufe ich nichts!

Kurzum: Verkaufe deine Aktien niemals unter Wert.

Ich persönlich verkaufe nichts, solange ich keine dreistellige Rendite sehe. Diese Herangehensweise mag viel Geduld erfordern. Dann und wann auch ein geschicktes Händchen für Wachstumsaktien.

Am Ende muss eine Gewinnmitnahme auch immer das Risiko der Investition widerspiegeln. Wer Einzelaktien kauft, kann seinen Einsatz komplett verlieren.

Angesichts dieser möglichen Zukunft wirkt eine Kursverdopplung wie eine angemessene Belohnung. Alles, was unterhalb dieser Schwelle verharrt, wird bei mir nicht verkauft. Niemals.

Der Artikel Gewinnmitnahme: Verkaufe deine Aktien nicht unter Wert! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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