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Gewerkschaft will Mitgliederzahl bei der Bahn offenlegen

In einigen Betrieben der Deutschen Bahn ist nicht klar, welcher Tarifvertrag gilt. Relevant ist der jener Gewerkschaft, die im Betrieb die meisten Mitglieder hat.

In Dutzenden Betrieben der Bahn ist nicht mehr klar, welcher Tarifvertrag dort eigentlich gilt - der mit der EVG oder der mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Foto: dpa
In Dutzenden Betrieben der Bahn ist nicht mehr klar, welcher Tarifvertrag dort eigentlich gilt - der mit der EVG oder der mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Foto: dpa

Bei der Deutschen Bahn bietet die größte Gewerkschaft an, ihre Mitgliederzahl offenzulegen. Der ungewöhnliche Schritt soll helfen, die Tariflage bei dem Staatskonzern zu entwirren. „Wir brauchen schnell Klarheit, wo welcher Tarifvertrag zur Geltung kommt“, sagte Klaus-Dieter Hommel, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrswerkschaft (EVG). Das gehe nur über die realen Mitgliederzahlen der Gewerkschaften.

Die Bahn hat seit Jahresbeginn ein Problem: In Dutzenden Betrieben ist nicht mehr klar, welcher Tarifvertrag dort eigentlich gilt - der mit der EVG oder der mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Denn seit Januar greift bei der Bahn das Tarifeinheitsgesetz. Danach ist der Vertrag mit der Gewerkschaft maßgeblich, die im jeweiligen Betrieb die meisten Mitglieder hat. In rund 70 der 300 Betriebe in Deutschland kann die Bahn das aber nicht sicher sagen. Mitarbeiter müssen auch nicht kundtun, ob und wo sie organisiert sind.

Üblicherweise verraten auch Gewerkschaften nicht gerne, wie viele Mitglieder sie in Betrieben haben. Denn dann kann der Arbeitgeber in einem Tarifkonflikt abschätzen, wie groß ihre Schlagkraft im Falle eines Streiks wäre. Dass sie die Bahn mit Streiks lahmlegen können, habe beide Gewerkschaften jedoch schon bewiesen. Mit bundesweit rund 211 000 Beschäftigten zählt die Bahn zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Ihre beiden Gewerkschaften konkurrieren seit Jahren um Einfluss in dem Konzern.

Es werde noch mehrere Monate dauern, die Tarifverträge zuzuordnen, heißt es in einem Brief an die Bahn-Mitarbeiter. Das Management machte ihnen darin am Freitag deutlich, dass sie keinen Rechtsanspruch auf Leistungen haben, von denen sie durch die unklare Lage möglicherweise vorübergehend profitieren, darunter Zuschläge, Arbeitsbefreiungen und auch der Kündigungsschutz.

Die EVG rief die GDL auf, dass auch sie ihre Mitgliederzahlen offenlegt. Die Lokführer hatten im Herbst angekündigt, in allen Bereichen der Eisenbahn in Deutschland Mitglieder zu werben, um die Tarifverträge der EVG zu verdrängen.