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Gewerkschaft IG BAU fordert 1,5 Millionen neue Wohnungen bis 2025

·Lesedauer: 1 Min.
Bauarbeiten in München (AFP/Christof STACHE)

Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, hat von der künftigen Bundesregierung den Neubau von 1,5 Millionen Wohnungen bis 2025 gefordert. "In den vergangenen zehn Jahren hat die Anzahl der Menschen, die auf eine Wohnung mit niedriger, bezahlbarer Miete unbedingt angewiesen sind, dramatisch zugenommen", erklärte Feiger am Donnerstag. "Deshalb ist unsere Forderung an die kommende Bundesregierung klar: Die Neubauzahlen müssen hoch, damit sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt wieder entspannt".

Bei den bis 2025 zu bauenden Wohnungen müsste es sich vor allem um Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnraum handeln, forderte Feiger weiter. Laut Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung müssen fast die Hälfte der 8,4 Millionen Haushalte in deutschen Großstädten mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Miete ausgeben. Lediglich 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland sind demnach noch preisgebundene Wohnungen.

Feiger forderte deshalb auch eine verstärkte Förderung von gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen. "Es ist höchste Zeit, dem Gemeinwohl wieder Vorfahrt vor Profitinteressen zu geben", erklärte er. Die Gemeinnützigkeit habe bereits in der früheren Bundesrepublik für einen ausreichenden Bestand von Sozialwohnungen gesorgt. "Ihre Abschaffung in den frühen 90er-Jahren war ein großer Fehler und trägt Mitschuld an der heutigen Situation auf dem Wohnungsmarkt, auf dem sich steigende Mieten und Grundstückspreise wechselseitig befeuern."

Gemeinnützige Wohnungsunternehmen erfüllen soziale Vorgaben, insbesondere beim Mietpreis, und akzeptieren niedrige Gewinne, die wiederum in den Wohnraum investiert werden. Im Gegenzug profitieren sie von staatlicher Förderung und steuerlichen Vorteilen.

Der IG BAU-Chef rief auch zur Teilnahme an einer für Samstag geplanten Großdemonstration in Berlin auf. Die Demonstration richtet sich gegen Verdrängung und hohe Mietpreise.

fho/jm

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