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Gewaltsame Proteste gegen Corona-Auflagen in Italien

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Ausschreitungen in Turin
Ausschreitungen in Turin

In Italien haben erneut tausende Menschen in mehreren Städten gegen die strikten Corona-Auflagen der Regierung protestiert. Bei den nur zum Teil genehmigten Demonstrationen am Montagabend kam es mehrfach zu Ausschreitungen. "Freiheit, Freiheit, Freiheit", skandierten die Protestierenden unter anderem in Turin und Mailand. Für Dienstagabend waren weitere Proteste angekündigt.

In Mailand randalierten Gegner der Corona-Maßnahmen in Straßenbahnen und zündeten Mülleimer an. Die Polizei setzte Tränengas gegen eine Gruppe junger Demonstranten ein, welche die Beamten mit Flaschen und anderen Wurfgeschossen angriffen. Die Polizei nahm 28 Menschen, darunter 13 Minderjährige, fest. Ähnliche Szenen spielten sich in Turin ab, dort kam es nach Polizeiangaben zu etwa zehn Festnahmen.

Bereits am Samstagabend hatten rund 200 maskierte Demonstranten der neofaschistischen Gruppierung Forza Nuova im Stadtzentrum von Rom die Polizei mit Leuchtraketen und Knallkörpern attackiert. Am Freitagabend hatte es Ausschreitungen in Neapel gegeben. Für Dienstagabend wurden erneute Proteste angekündigt, unter anderem in Rom.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hatte am Sonntag nach einer erneuten Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen weitere Beschränkungen angekündigt. Seit Montag sind Kinos, Theater und Fitnessstudios für einen Monat geschlossen. Für Restaurants und Bars wurde die ab Mitternacht geltende Sperrstunde auf 18.00 Uhr vorverlegt. Viele Wirte sorgen sich nun um ihre Existenz.

Um die finanziellen Nöte abzufedern, plant Conte weitere Hilfen für Betroffene. Die Details dazu wollte er am Dienstag vorstellen. Conte räumte am Sonntag ein, dass die Pandemie zu "Ärger und Frustrationen" führe sowie "neue Ungleichheiten" schaffe. Gleichzeitig aber rief er dazu auf, auf die von der Regierung geplante "wirtschaftliche Unterstützung" zu warten. Diese werde "beträchtlich" sein.

Unterdessen hat die EU-Kommission die ersten 17 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zur Finanzierung von Kurzarbeitergeld während der Corona-Krise ausgezahlt. Wie die Behörde mitteilte, erhielt Italien zehn Milliarden Euro an Krediten. Das Sure getaufte Programm solle dazu dienen, in der Krise "Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen zu erhalten", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. 

Italien war während der ersten Corona-Welle im Frühjahr eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt. Insgesamt wurden in dem Land bisher nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 500.000 Corona-Infektionen nachgewiesen, mehr als 37.000 Menschen starben.  

gap/mid