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Kultusminister vereinbaren Abiturstandards für Naturwissenschaften

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Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat bundeseinheitliche Anforderungen für das Abitur in den Naturwissenschaften verabschiedet. Bei ihrer Videokonferenz beschlossen die Minister der Bundesländer am Donnerstag nach KMK-Angaben "verbindliche Bildungsstandards" in den Fächern Biologie, Chemie und Physik. "Damit gehen wir innerhalb der föderalen Strukturen weiter den Weg zu mehr Verbindlichkeit und mehr Vergleichbarkeit unter den Ländern", erklärte KMK-Präsidentin Stefanie Hubig, die rheinland-pfälzische SPD-Bildungsministerin.

2003 und 2004 waren demnach Standards für den Primarbereich, den Haupt- und mittleren Schulabschluss beschlossen worden. 2012 folgten dann die allgemeine Hochschulreife in Deutsch, Mathematik sowie Englisch und Französisch.

Die Kultusminister der Bundesländer berieten bei ihrer Videokonferenz auch über den weiteren Umgang mit der Corona-Krise. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte angesichts dessen vor einer zu weitgehenden Öffnung der Schulen. "Auf das Abstandsgebot in den Schulen zu verzichten, ist der falsche Weg", sagte die GEW-Vorsitzende Marlies Tepe den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Tepe warnte davor, um die "schnellste und weitestgehende Öffnung von Schulen zu wetteifern". Stattdessen müssten jetzt "tragfähige Konzepte für einen Mix aus Präsenz- und Fernunterricht nach den Sommerferien" entwickelt werden, sagte Tepe.

Dahingehend drang das Deutsche Kinderhilfswerk auf gemeinsame Leitlinien von Bund und Ländern für den Regelbetrieb nach den Sommerferien. Finanziell und organisatorisch müssten Schulen in die Lage versetzt werden, etwa durch bauliche Veränderungen in Klassenzimmern und Schultoiletten bestmögliche Hygiene- und Schutzkonzepte zu schaffen, erklärte Thomas Krüger, Präsident des Kinderhilfswerks.

Krüger regte auch an, inhaltlich den Fokus nicht auf die schnelle Wissensvermittlung, sondern auch auf die gemeinsame Verarbeitung der Corona-Ereignisse zu legen. Am Mittwoch hatten sich die Regierungschefs der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf geeinigt, dass Schulen und Kitas nach den Sommerferien möglichst zum Regelbetrieb zurückkehren sollen.

Die Vizechefin der FDP-Bundestagsfraktion, Katja Suding, plädierte dagegen für die schnellstmögliche Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen. Jeder weitere Tag mit geschlossenen Schulen vergrößere den Bildungsrückstand vieler Schüler, warnte sie. "Es gibt keinen Grund mehr, dass Schulen und Kitas noch länger geschlossen bleiben", fügte Suding hinzu.

Die KMK wollte sich in der Videokonferenz auch mit Maßnahmen zur Sicherung des frühpädagogischen Fachkräftebedarfs befassen. Die Minister wollten darüber diskutieren, wie die Erziehungsausbildung attraktiver gestaltet werden kann. Zur Debatte steht die Einführung einer verkürzten Ausbildung.