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GEW-Chefin warnt: Schul-Schließungen wegen Omikron bald wieder möglich

·Lesedauer: 3 Min.
Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Für Eltern und Kinder in Bundesländern wie Berlin, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Rheinland-Pfalz dürfte die erste Schulwoche nach den Feiertagen nicht unbedingt ein freudiger Start ins neue Jahr sein. Denn zeitgleich mit dem Schulstart steigt auch die Zahl der Omikron-Fälle unter den Corona-Neuinfektionen. Schulleiter wie Sven Zimmerschied von der Friedensburg Oberschule aus Berlin fragen sich, ob die viel befürchtete Omikron-Wand unter Schülern und Lehrkräften kurz bevorsteht. "Das besorgt mich schon", sagte der Schulleiter Business Insider. Alle Klassen sei er deshalb am ersten Schultag vor Unterrichtbeginn noch abgelaufen, um die Ergebnisse der Corona-Tests persönlich abzufragen, erzählt er. "Bislang gibt es nur zwei positive Schnelltests", so Zimmerschied. Doch die Woche habe gerade erst angefangen.

Dabei rückt die ungewisse Corona-Situation auch eine grundsätzliche Frage der Schulen wieder in den Fokus: Kann der Präsenzunterricht aufrechterhalten werden? Die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) twitterte bereits zum Unterrichtsstart nach der Weihnachtspause: "Präsenzunterricht ist eine Frage der Chancengerechtigkeit. Wir müssen alles tun, um Schulen offenzuhalten".

Doch die Chefin der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, glaubt nicht, dass Präsenzunterricht an allen Schulen durchgängig gelingen werde. Die Corona-Zahlen in anderen Ländern wie Großbritannien bereiteten ihr Sorgen: "Wir müssen uns ehrlich machen", sagte sie Business Insider, "Es wird Schulen geben, die auf Distanz unterrichten müssen". Sei es durch eine hohe Zahl an Corona-Infektionen oder Quarantäneanordnungen in der Schülerschaft oder unter den Lehrerinnen und Lehrern.

Tägliches Schnelltesten oder PCR-Tests könnten helfen, Schulschließungen und Distanzunterricht zu verhindern

Schon vor Weihnachten kannte Gewerkschafterin Finnern aus Nordrhein-Westfalen allein zehn Schulen, die schließen und auf Distanzunterricht umschalten mussten. Thüringen startet deshalb direkt mit Distanzunterricht in den Unterricht nach Weihnachten.

Eine große Chance für möglichst viel Präsenzunterricht sehe die GEW-Chefin Finnern dennoch in regelmäßigem Testen und Maske tragen: "Was jetzt nicht aufkommen darf, ist eine Debatte über die Maskenpflicht an Schulen. Die Maske muss die ganze Zeit zu tragen sein", sagte sie. Zudem müsse die Teststrategie an allen Schulen hochgefahren werden. Bestenfalls könnten sich die Schüler fünfmal die Woche testen und mit PCR-Tests bis zu dreimal die Woche. Nur so könne man schnell erkennen, wie das Infektionsgeschehen an Schulen sei.

Weitaus mehr forderte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen in der "Rheinischen Post". Dort sprach er sich sogar für tägliche PCR-Tests in den Schulen aus, weil sie am zuverlässigsten Infektionsherde sichtbar machten.

In Berlin ist das tägliche Testen dabei schon längst Realität, zumindest in der ersten Woche nach den Ferien. Danach soll auf drei Tests pro Woche umgeschwenkt werden. Auch in Sachsen setzt man auf dreimaliges Testen pro Woche unter Schülern. Dort liegt die Zahl der Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 327 Fällen (Stand: 4.1.2022), in Berlin hingegen bei 286,7 (Stand: 4.1.2022).

Bildungsgewerkschaft GEW spricht sich für vergleichbare Leitlinien in allen Ländern aus

Unabhängig von Masken und Tests forderte die Bildungsgewerkschafterin Finnern außerdem, dass die Konferenz der Kultusminister an diesem Mittwoch vergleichbare Leitlinien entwickeln sollten, nach denen an Schulen in Corona-Notsituationen entschieden werden könne. "Je nach Fallkonstellation entscheiden Gesundheitsämter noch immer von Land zu Land unterschiedlich. Das lässt mich den Kopf schütteln", sagte Finnern Business Insider. Außerdem sprach sich die GEW-Chefin für verkürzte Quarantänezeiten und ein Freitesten mit PCR-Tests aus, wenn die Betroffenen keine Symptome zeigten.

So oder so sei es Berliner Schulleiter Sven Zimmerschied wichtig im Präsenzunterricht an seiner Schule weiterzumachen: "Ein akutes Problem haben wir nur, wenn ein Großteil der Lehrer und Lehrerinnen an Omikron erkrankt und wir nicht mehr genügend Personal für den Unterricht haben", sagte er. Viele seiner Schüler hätten jetzt schon Angst, nicht mehr in die Schule kommen zu können.

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