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Geschäftsreisender kommt an Bord eines KLM-Flugzeuges und niemand ist an Bord — das sagt die Airline zu dieser Sicherheitslücke

·Lesedauer: 3 Min.
Während einen als Passagier normalerweise freundlich lächelnde Flugbegleiter begrüßen, war die Kabine eines KLM-Flugzeugs leer.
Während einen als Passagier normalerweise freundlich lächelnde Flugbegleiter begrüßen, war die Kabine eines KLM-Flugzeugs leer.

Normalerweise untersucht Henk van Ess als Investigativ-Reporter Hinweise, die er von seinen Quellen zugeschickt bekommt. Bei seiner jüngsten Geschäftsreise mit dem Flugzeug jedoch brauchte der Niederländer nicht einmal Quellen. Er erlebte selbst eine Sicherheitslücke am Amsterdamer Flughafen. Am vergangenen Samstag ist er von Warschau mit einem kurzen Stopp in Amsterdam nach Düsseldorf geflogen. Das Kuriose daran hat sich am Amsterdamer Flughafen ereignet.

Die niederländische Airline KLM fliegt die Strecke zwischen Amsterdam und Düsseldorf mit der Flugnummer KL1861 regelmäßig mit einem Flugzeug des brasilianischen Herstellers Embraer, der Embraer 175. Insgesamt 88 Passagiere finden in dem Flugzeug Platz.

Als Henk van Ess am Flughafen Amsterdam-Schiphol das Flugzeug nach dem Boarding am Gate betrat, wurde er nicht wie üblich von Flugbegleiterinnen oder Flugbegleitern begrüßt, sondern fand sich alleine in der Flugzeugkabine wieder. "Keine Bodenmitarbeiter, keine Piloten, kein Flugbegleiter. Niemand!", schreibt er darüber auf Twitter.

"Ich habe das ganze Flugzeug durchsucht, um zu prüfen, ob ich träume", erzählt Henk van Ess. Er war beim Boarding der erste Passagier; deshalb war er wirklich allein in dem großen Verkehrsflugzeug. Nach ihm kamen die anderen Passagiere, die mit ihm zusammen nach der Flugzeugbesatzung gesucht haben.

Selbst die Tür zum Cockpit stand offen und war unbewacht, wie ein Foto des ersten Passagiers an Bord zeigt.
Selbst die Tür zum Cockpit stand offen und war unbewacht, wie ein Foto des ersten Passagiers an Bord zeigt.

Missverständnis zwischen Bodenpersonal und Crew

Offensichtlich hatte es Missverständnisse zwischen dem Bodenpersonal und der Flugzeugbesatzung gegeben. Wie den Passagieren erklärt wurde, habe das Personal am Gate die ersten Passagiere bereits an Bord gelassen, ohne dass die Crew da gewesen war. Die hat sich wiederum mit dem Flug davor mit einer anderen Maschine verspätet und befand sich noch mitten auf der Busfahrt zum neuen Flugzeug.

Als die Besatzung eintraf, hätten sie die bereits geboardeten Passagiere schließlich gebeten, das Flugzeug noch einmal zu verlassen, denn die Crew musste die behördlich vorgeschriebene Sicherheitsuntersuchung durchführen. "Da wird aber jemand ordentlich den Hintern versohlt bekommen", soll der Pilot laut Henk van Ess angesichts des sicherheitskritischen Vorfalls gesagt haben.

Solange die Türen offen sind, darf ein Flugzeug nicht unbewacht sein

Normalerweise darf ein Flugzeug nicht unbewacht sein, solange die Flugzeugtüren geöffnet sind. Ein akribisches Sicherheitsnetz, geknüpft von Fluggesellschaften und Flughäfen, sorgt üblicherweise dafür. Auf den Fotos von Henk van Ess sieht man, dass sogar die Tür zum Cockpit geöffnet war. Er hätte also problemlos im Cockpit Knöpfe und Schalter verstellen können, was zu Sicherheitsproblemen hätte führen können. Im hinteren Bereich des Flugzeugs hätten Passagiere die Flugzeugtür öffnen und möglicherweise sogar die Notrutschen auslösen können. Hohe finanzielle Schäden und sicherheitsrelevante Probleme hätten also entstehen können.

Wir haben sowohl KLM als auch den Flughafen Amsterdam-Schiphol um eine Stellungnahme zum Vorfall gebeten. Ein KLM-Sprecher bestätigte Business Insider, dass normalerweise ein Bodenmitarbeiter prüft, ob die Besatzung an Bord ist, ehe er den Passagieren Zutritt gewährt. Das sei in diesem Falle nicht geschehen. "Die Sicherheit unserer Passagiere und Crews hat bei KLM oberste Priorität. Das Flugzeug wird vor dem Abflug gründlich durchsucht. Wir haben eine interne Untersuchung eingeleitet, die nachvollziehen soll, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte."

Der Flughafen hat sich bis zum Erscheinen dieses Textes nicht geäußert. In einer Antwort auf den Tweet von Henk van Ess hat der offizielle Account der Airline geschrieben: "Wir bitten um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Wir können uns vorstellen, dass das ein sehr einzigartiges Erlebnis gewesen sein muss!"

Mit fast einer halben Stunde Verspätung sind Henk van Ess und die anderen Passagiere schließlich am Düsseldorfer Flughafen gelandet.

Der Artikel wurde ergänzt, nachdem uns die Airline KLM eine Stellungnahme geschickt hat.

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