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GESAMTROUNDUP/Piksen in der Kirche - Englische Kathedralen werden zu Impfzentren

·Lesedauer: 3 Min.

SALISBURY/LICHFIELD (dpa-AFX) - Beim Impfen von Millionen von Menschen innerhalb weniger Wochen setzt man in England zum Teil auf ungewöhnliche Kulissen. Am Wochenende wurden Hunderte in der mehr als 800 Jahre alten, berühmten Kathedrale im südenglischen Salisbury zu den Klängen der Orgel gepikst. Auch in Lichfield im Norden Englands impften Mediziner in einer Kathedrale, eine weitere soll am Montag folgen. In den meisten Regionen finden Gottesdienste derzeit nur online statt, so dass die Gotteshäuser, die teilweise viel Platz bieten, leer stehen.

Der 88 Jahre alte Geistliche aus Salisbury, Graham Turner, der seinen Piks im Talar zu Orgelmusik bekam, bezeichnete die Impfung mit dem Biontech <US09075V1026>/Pfizer-Vakzin als "Klacks". Es sei so eine Erleichterung, geimpft zu werden, wenn man jeden Abend im Fernsehen den Horror sehe, den Menschen aufgrund der Pandemie durchleben müssten. "Ich bin sehr glücklich, sie bekommen zu haben."

Der Abgeordnete von Lichfield, Michael Fabricant, bezeichnete die Kirche seiner Stadt, vor der am Wochenende viele Senioren Schlange standen, auf Twitter als "glamourösestes Impfzentrum Großbritanniens". Der Dekan der Kirche, Adrian Dorber, sagte der Nachrichtenagentur PA: "Ich hoffe, es ist ein Symbol dafür, wie Gemeinden gemeinsam helfen können, diesen großartigen Impfstoff zu verteilen."

Insgesamt sind in Großbritannien inzwischen mehr als 3,5 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. "Ich freue mich, dass mehr als die Hälfte aller Über-80-Jährigen geimpft worden sind", twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag. Die Regierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen - und damit die am meisten gefährdeten Gruppen - zu impfen. Außenminister Dominic Raab bezeichnete das Ziel am Sonntag im BBC-Interview als "große Herausforderung". Man sei aber zuversichtlich, dieses rechtzeitig zu erreichen.

Geimpft wird nicht nur in den großen Impfzentren, die auch auf Sportplätzen oder in Shopping-Zentren aufgebaut worden sind, sondern parallel dazu auch bei Hausärzten und in Apotheken. Auch 24-Stunden-Impfangebote werden getestet. Neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff, der wie das Moderna <US60770K1079>-Mittel auch in der EU zugelassen ist, steht Großbritannien mit dem heimischen Vakzin der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca <GB0009895292> ein weiteres Präparat zur Verfügung. Die EU-Zulassung dieses Impfstoffs wird erst Ende Januar erwartet.

Die schnelle Impfung der besonders gefährdeten Gruppen gilt derzeit als einzige Hoffnung auf ein Ende der Pandemie in absehbarer Zukunft. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in Großbritannien trotz eines harten Lockdowns noch immer auf erschreckend hohem Niveau: In der vergangenen Woche infizierten sich pro 100 000 Einwohnern mehr als 520 Menschen mit dem Virus.

Krankenhäuser geraten vor allem in London an die Grenzen ihrer Kapazitäten, teilweise werden Intensivpatienten meilenweit in andere Städte verlegt. In einer Umfrage der Gewerkschaft GMB unter Beschäftigten im Rettungsdienst gaben drei Viertel der 2000 Befragten an, an der "Belastungsgrenze" angekommen zu sein. Offiziellen Angaben zufolge zählt Großbritannien seit Beginn der Pandemie knapp 90 000 Menschen mit Covid-19 auf dem Totenschein - Schätzungen zufolge sind es jedoch tatsächlich bereits mehr als 100 000 Corona-Tote.