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GESAMT-ROUNDUP/Ukraine: IAEA-Chef nach Inspektion von AKW Saporischschja besorgt

KIEW (dpa-AFX) -Zum zweiten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) das russisch besetzte Kernkraftwerk Saporischschja besucht. Rafael Grossi zeigte sich am Mittwoch nach seiner Inspektion besorgt über die Lage dort. Die 18-köpfige IAEA-Delegation wollte sich einen Überblick verschaffen über die Sicherheitslage des immer wieder beschossenen Atomkraftwerkes.

Die Russen halten das Kraftwerk seit März 2022 - und damit kurz nachdem Moskau die Ukraine überfiel - besetzt. Heftig umkämpft bleibt indes Bachmut in der Ostukraine. Derweil lobte der ukrainische Verteidigungsminister den aus Deutschland bereitgestellten Schützenpanzer Marder; als weiteres europäisches Land kündigte Spanien Panzerlieferung an Kiew an. Für Empörung im Sport sorgt die Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees für eine Rückkehr russischer Athleten auf die internationale Bühne.

Grossi besorgt nach Inspektion von AKW Saporischschja

Mit seiner Visite im größten AKW Europas will IAEA-Chef Grossi mögliche Schäden durch Bombardements untersuchen und eine Rotation der internationalen Beobachter garantieren. "Offensichtlich verbessert sich die Situation nicht. Im Gegenteil, die militärischen Aktivitäten um das Gebiet nehmen zu", sagte er nach Angaben russischer Medien am Mittwoch nach dem Besuch. Er hatte Europas größtes Kernkraftwerk zuvor bereits im September besucht.

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Grossi bekräftigte demnach Pläne zu einem Sicherheitskonzept für das AKW. Die russischen und die ukrainischen Truppen werfen sich gegenseitig Beschuss des Kernkraftwerks vor. Grossi sagte, dass nun mit beiden Seiten Sicherheitsvorkehrungen besprochen werden sollen, um einen atomaren Zwischenfall mit radioaktiven Auswirkungen zu verhindern. "Ich bin Optimist in der Hinsicht, dass ich glaube, dass das möglich ist", sagte er.

Unterschiedliche Einschätzungen zur Lage in Bachmut

Zu den derzeit am heftigsten umkämpften Gebieten gehört weiterhin die Stadt Bachmut. Nach einer Einschätzung der britischen Geheimdienste haben ukrainische Truppen dort zuletzt im Kampf gegen russische Wagner-Söldner für Entlastung gesorgt, indem sie die Wagner-Kämpfer von einer kleinen Landstraße zurückdrängten, die eine wichtige Nachschublinie für die Ukraine in die Stadt darstellt. Nach Einschätzung des in Washington ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW) machte dagegen Wagner jüngst in Bachmut Boden gut. Das ISW geht davon aus, dass die Russen nun einen Industriekomplex im Norden der Stadt kontrollieren. Das hatten zuletzt auch russische Medien gemeldet. Aus London hieß es, dort werde wohl weiter gekämpft. 65 Prozent der Stadt ist laut ISW in russischer Hand.

Nach Ansicht des Chefs der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat die ukrainische Seite entscheidende Verluste erlitten. "Die Schlacht um Bachmut hat heute praktisch schon die ukrainische Armee vernichtet", behauptete Prigoschin am Mittwoch. Der Kampf um Bachmut sei die wichtigste Schlacht in der Ukraine.

Besetzte Großstadt Melitopol in Südukraine nach Beschuss ohne Strom

In der von russischen Soldaten besetzten Stadt Melitopol im Süden der Ukraine fiel derweil nach ukrainischen Angriffen der Strom aus. Nach übereinstimmenden Angaben aus Kiew und Moskau wurde das Eisenbahndepot der Stadt beschossen. Einwohner vernahmen mehrere Explosionen. Die Russen hatten Melitopol zur Hauptstadt des eroberten Teils der Region Saporischschja gemacht - dort ist ein wichtiger Eisenbahnknoten für das russische Militär in Richtung der Krim.

Verteidigungsminister lobt deutsche Panzer - auch Spanien liefert

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow hat in einem Video die Schützenpanzer Marder aus Deutschland gelobt. "Der Marder ist ein hervorragendes Beispiel für deutsche Qualität", schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Waffe werde die ukrainischen Chancen auf einen Sieg über Russland erhöhen, hieß es weiter. Im Video zeigte der Minister, wie er in einem der jüngst von Berlin gelieferten Schützenpanzer mehrere Runden auf einem schlammigen Übungsplatz dreht. "Ich freue mich darauf, bald Leoparden zu zähmen. Ich liebe es, wie sie brüllen!", fügte er hinzu. Am Montag wurde die vollzogene Lieferung von 18 Leopard-2-Panzern aus Deutschland an die Ukraine bestätigt. Laut spanischen Medienberichten will Madrid schon bald sechs Leopard-Panzer liefern, die aktuell noch getestet werden.

Debatte im Weltsport über russische Athleten

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sprach sich für eine Wiederzulassung russischer und weißrussischer Sportler bei Großevents aus. Das sorgte vielfach für Empörung, etliche Verbände wollen sich der Empfehlung widersetzen. Die Europaspiele in Polen im Sommer wollen am Bann festhalten. Auch die internationalen Leichtathletik- und Turnverbände kündigten an, Sportler aus Russland und Belarus weiter nicht zuzulassen. Moskau will laut Kremlsprecher Dmitri Peskow dafür kämpfen, alle Russen wieder uneingeschränkt zuzulassen - Kiew appellierte indes für einen vollumfänglichen Ausschluss der Russen.