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Gericht: Weizsäcker-Prozess: Polizist schildert Kampf mit Angreifer

Berlin. In der linken Hand, in der Nähe des Knöchels, spüre er noch starke Schmerzen, genauso im rechten Zeige- und im linken Mittelfinger. Das Messer habe seine Nerven durchtrennt, sagt Ferrid Brahmi. Viel schlimmer sei es aber, dass er nachts nicht richtig schlafen könne. Wie eine Achterbahnfahrt fühle sich sein Leben an. Die Angst, herauszufliegen und den Halt zu verlieren: Sie sei immer präsent.

Wer Ferrid Brahmi zuhört, spürt, dass ihn die Ereignisse jenes 19. November vergangenen Jahres noch lange beschäftigen werden. Trotzdem schafft er es, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, auch nicht, als der Angeklagte, der Mann also, der ihm die Verletzungen an Körper und Seele mutmaßlich zufügte, ihn mit Zwischenrufen unterbricht.

Es ist der dritte Verhandlungstag in dem Prozess, der die Tötung des Mediziners Fritz von Weizsäcker, bis zu seinem Tod Chefarzt in der Schlossparkklinik in Charlottenburg und Sohn des langjährigen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, aufklären soll. Auf der Anklagebank: Gregor S., 57 Jahre alt, zuletzt beschäftigt in einem Logistikzentrum bei Amazon, nun angeklagt wegen Mord an Fritz von Weizsäcker und versuchten Mordes an Ferrid Brahmi. Im Zeugenstand an diesem Donnerstag: Brahmi selbst, Polizeibeamter, 34 Jahre alt.

Zu von Weizsäckers Vortrag in der Schlossparkklinik sei er an jenem 19. November nur gegangen, weil seine Ehefrau das so gewollt habe, berichtet Brahmi. Er habe immer so blass ausgesehen, habe sie gesagt, vielleicht könne der Mediziner j...

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