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Gentechnik-Debatte bei den Grünen - Klöckner begrüßt 'Umdenken'

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BERLIN (dpa-AFX) - Bei den Grünen wird über die Haltung der Partei zur Gentechnik diskutiert - und selbst die Bundeslandwirtschaftsministerin mischt sich ein. Sie begrüße das "Umdenken in den Reihen der Grünen", sagte Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag. Neue Züchtungstechnologien seien nicht per se ein Allheilmittel, "aber sie aus ideologischen Gründen gleich zu verdammen, ist nicht verantwortungsvoll". Wer stabile Ernten wolle einerseits und weniger Pestizide andererseits, könne neue Methoden "nicht einfach abtun".

Hintergrund ist eine Grünen-interne Debatte, die schon eine Weile läuft - die Parteichefs selbst, Annalena Baerbock und Robert Habeck, hatten sie vor gut zwei Jahren angestoßen, als die Grünen begannen, ihr neues Grundsatzprogramm zu erarbeiten. Neuen Schwung in die Diskussion brachten zwei sich widersprechende Debattenbeiträge, die seit Mittwoch auf der Homepage der Grünen veröffentlicht sind.

"Neue Gentechnik in der Landwirtschaft steht nicht per se für weniger oder mehr Nachhaltigkeit, sondern kann potenziell für beides genutzt werden", heißt es in einem, den unter anderem mehrere Bundestagsabgeordnete unterzeichnet haben. "Gentechnikfreiheit ist kein Wert an sich." In einem Beitrag, der unter anderem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft kommt, heißt es dagegen: "Aufgrund der schwer kalkulierbaren Risiken, der Nicht-Rückholbarkeit veränderter Gene und der Monopolisierung von Marktmacht der Saatgutkonzerne lehnen wir Gentechnik bei der Erzeugung von Lebensmitteln ab."