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Genervt von Facebook? Das sind die besten Alternativen

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin


(Bild: Getty)

Zeit sparen, zu viel Werbung oder mangelnde Datensicherheit – Gründe, bei Facebook auszusteigen, gibt es viele. Doch wer sich nicht ganz und gar von sozialen Netzwerken verabschieden möchte, braucht eine gute Alternative. Wir stellen Ihnen die bekanntesten Netzwerke vor, die Werbefreiheit und Datensicherheit bieten.

Wer Facebook regelmäßig nutzt, gibt viel von sich preis. Nicht ohne Grund wird das soziale Netzwerk oft als Datenkrake bezeichnet. Es kennt die Interessen und Hobbys seiner Nutzer, weiß wie sie aussehen, mit wem sie befreundet sind und wer mit wem über was chattet.

Wird Facebook auch vom Handy aus genutzt, landen auch die Daten aller im Adressbuch gespeicherten Kontakte auf den Servern des kalifornischen Unternehmens, auch wenn die gar nicht bei Facebook registriert sind.

Die Datensammelwut ist wohl einer der häufigsten Gründe dafür, warum Nutzer bei Facebook aussteigen. Bei der Suche nach anderen, vor allem werbefreien Plattformen fallen Instagram (gehört zu Facebook) und Twitter durchs Raster. Aber es gibt auch Alternativen, die ohne Werbung auskommen, Nutzern mehr Datenschutz und viele Funktionen bieten:

Diaspora*

Das Netzwerk Diaspora* wurde bereits in 2010 gegründet und hat sich Datensicherheit und Werbefreiheit auf die Fahnen geschrieben. Der Stern im Logo steht für eine Pusteblume und soll die Datensicherheit verdeutlichen. Denn die Informationen werden nicht auf zentralen Servern gespeichert oder an Dritte weitergegeben. Stattdessen legen Nutzer einen persönlichen Server – sogenannte Pods – an, bestimmen also selbst, wo ihre Daten gespeichert werden sollen.

(Bild: Screenshot Diaspora)

Die Plattform bietet, ähnlich wie Facebook, die Möglichkeit, Statusmeldungen abzusetzen oder mit anderen Nutzern zu chatten. Es ist nicht notwendig, einen Klarnamen anzugeben, um sich zu registrieren. Der dezentrale Aufbau des Netzwerks bietet Usern Sicherheit und Kontrolle in punkto Daten, leider ist es mit 665.000 registrierten Nutzern relativ klein.

EyeEm

EyeEm ist nicht nur eine Alternative zu Facebook, sondern auch zu Instagram, denn das Hauptaugenmerk dieser Plattform liegt auf Fotos, es gibt zahlreiche Funktionen Bilder zu bearbeiten. Der in 2011 in Berlin gegründete Online-Dienst hält sich an die Richtlinien des deutschen Datenschutzgesetzes und ist werbefrei.

(Bild: Screenshot EyeEM

EyeEm ist als App für Android und iOS sowie als Website verfügbar. Mit Stand 2017 zählte der Dienst bereits weltweitmehr als 22 Millionen registrierte Mitglieder. Finanziert wird das Netzwerk über Fotos, die von den Nutzern über eine Verkaufen-Funktion zur Verfügung gestellt werden. Der Dienst teilt sich dann die Einnahmen mit den Nutzern.

Ello

Mit mehr als einer Million Nutzern gehört Ello zu den kleineren Plattformen. Das englischsprachige Netzwerk ist werbefrei und gibt keine persönlichen Daten an Werbetreibende weiter. Auch ist es nicht nötig, sich mit seiner echten Identität anzumelden.

(Bild: Screenshot Ello)

Das in 2014 gestartete Netzwerk war ursprünglich dazu gedacht, Facebook ernste Konkurrenz zu machen, hat sich aber mittlerweile ähnlich wie Pinterest entwickelt und bietet vor allem viel aus den Bereichen Kunst, Fotografie, Mode und Webkultur.

Vero

Auf der Suche nach einem werbefreien sozialen Netzwerk werden Facebook-Flüchtlinge auch bei Vero fündig. Das Netzwerk wurde in 2015 von Milliardär Ayman Hariri gegründet, verspricht werbefrei zu bleiben und auch keine persönlichen Daten an Dritte weiterzugeben. Während auf Instagram nur Fotos und Videos geteilt werden können, bietet Vero mit weiteren Kategorien wie Links, Musik, Filme/TV, Bücher und Orte einiges mehr.

(Bild: Screenshot Vero)

Im Vordergrund soll bei dieser Plattform die Interaktion zwischen den Usern stehen. Etwa drei Millionen registrierte Nutzer zählt Vero mittlerweile. Die Nutzung ist bisher kostenfrei, ein „kleiner Jahresbetrag“ ist jedoch für die Zukunft geplant. Genaue Angaben gibt es dazu aber noch nicht.

Google startet neues Netzwerk

Auch Google versucht sich derzeit wieder an einem neuen Netzwerk. Nachdem Google Plus im April dieses Jahres heruntergefahren wurde, startet der Konzernriese jetzt ein neues Projekt in Sachen Social Media. Shoelace – auf Deutsch: Schnürsenkel – heißt das neue Netzwerk, das aktuell als App für Android und iOS in New York City getestet wird. Das Hauptaugenmerk soll nicht darauf liegen, bestehende Beziehungen zu pflegen, sondern neue zu knüpfen. Wann und ob der Dienst weltweit verfügbar sein wird, ist noch unklar.

Alternativen gibt es auf dem Social-Media-Markt also einige. Fakt ist aber, dass Facebook mit derzeit weltweit rund 2,3 Milliarden Nutzern am größten ist und Mitglieder auf der Suche nach Freunden und Bekannten bei Facebook am ehesten fündig werden.

Wer jedoch keinen Wert darauf legt, jeden Arbeitskollegen oder flüchtigen Bekannten in seiner Freundesliste zu haben, findet mit Sicherheit Spaß an der einen oder anderen Alternative.

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