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Vor Generalstreik: Frankreichs Kabinett trifft sich zu Sondersitzung

PARIS (dpa-AFX) - Wenige Tage vor einem Generalstreik wegen einer geplanten Rentenreform in Frankreich hat sich das französische Kabinett unter Premierminister Édouard Philippe zu einer Sondersitzung getroffen. Bei dem Regierungsseminar solle an "die Grundlagen der Reform erinnert" und gesehen werden, wie man diese noch verbessern könne, sagte Philippe am Sonntag vor dem Treffen in Paris. Viele Franzosen stellten sich Fragen wegen der umfassenden Reform. Diese Fragen seien legitim und müssten angehört werden.

Die Erneuerung des Rentensystems gilt als wichtigste Sozialreform in der noch bis 2022 dauernden Amtszeit von Staatschef Emmanuel Macron. Das neue System soll von 2025 an eingeführt werden und die Zersplitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Arbeitnehmer sollen auch dazu gebracht werden, länger zu arbeiten. Es sei eine "großartige" Reform, die fairer und solide sowie auf die heutige Arbeitswelt angepasst sei, sagte Premierminister Philippe.

Für Donnerstag (5. Dezember) haben mehrere Gewerkschaften für ganz Frankreich einen Generalstreik angekündigt, der das öffentliche Leben weitgehend lahmlegen soll. Es wurde erwartet, dass öffentliche Verkehrsmittel stillstehen. Auf der Homepage der französischen Staatsbahn SNCF war der Verkauf von Tickets für Donnerstag bereits eingestellt. Auch Angestellte der Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr, der Schulen und Müllabfuhr wollten sich an dem Streik beteiligen.