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General Motors verabschiedet sich bis 2035 vom Verbrennungsmotor

Kort, Katharina
·Lesedauer: 3 Min.

GM-Chefin Mary Barra kündigt Klimaneutralität bis 2040 an und baut den US-Autokonzern konsequent um. Ein Trumpf wird die eigene Batteriefabrik.

General-Motors-Chefin Mary Barra leitet den endgültigen Abschied ihres Konzerns von Benzin- und Dieselmotoren ein. Bis zum Jahr 2035 will GM die Produktion komplett auf Elektroautos umstellen. Das gab die Vorstandsvorsitzende des größten US-Autokonzerns am Donnerstag bekannt. Außerdem soll das Unternehmen bis 2040 komplett CO2-neutral sein. Die Ankündigung kommt einen Tag nachdem der neue US-Präsident Joe Biden einen umfassenden Erlass zum Klimaschutz unterschrieben hat.

Mit der jüngsten Ankündigung führt GM seine ohnehin ehrgeizigen Pläne zur Elektrifizierung noch weiter. Erst im November hatte Barra die Investitionen in Elektrofahrzeuge um 35 Prozent erhöht. Bis 2025 will GM jetzt 27 Milliarden Dollar in die Forschung, Entwicklung und Produktion von Stromern stecken. Der Verkauf soll dann auf jährlich eine Million Fahrzeuge steigen. Damit will Barra den Konzern zur Nummer eins der Batterieautos in den USA machen.

„Für General Motors kommt der größte Teil des CO2-Ausstoßes aus den Auspuffrohren der Autos, die wir verkaufen – in unserem Fall sind es 75 Prozent“, erklärte Barra in einem Post auf dem sozialen Netz LinkedIn. „Das ist der Grund, weshalb es so wichtig ist, dass wir uns schneller in die Richtung einer Zukunft bewegen, in der jedes Auto, das wir verkaufen, ein Null-Emissions-Auto ist.“

Für GM ist das ein harter Strategiewechsel. Der US-Konzern ist für seine spritschluckenden Pick-ups und SUVs bekannt. Benzin- und Dieselautos machen bisher 98 Prozent des Umsatzes aus. GM hat zwar bereits 2016 das Elektrofahrzeug GM Bolt auf den Markt gebracht, das in Deutschland unter der Marke der damaligen Konzerntochter Opel als Ampera-e vertrieben wurde. Von dem Kompaktwagen verkaufte GM im vergangenen Jahr aber gerade einmal knapp 21.000 Fahrzeuge.

Jetzt will GM bis 2025 insgesamt 30 verschiedene E-Modelle auf den Markt bringen und zieht die Einführung von einigen Modellen vor. Noch Ende dieses Jahres soll etwa die elektrische Version des Ur-SUVs GMC Hummer auf den Markt kommen, gefolgt von dem Cross-over Lyriq der Premiummarke Cadillac im ersten Quartal 2022.

GM gilt unter Analysten vor allem wegen seiner Batterietechnologie als ernst zu nehmender Spieler in der neuen E-Auto-Welt. Der Konzern aus Detroit zählt mit Volkswagen und Tesla zu den noch wenigen Herstellern, die eine eigene Batteriefabrik bauen. Die Ultium-Batterien sollen laut GM Reichweiten von bis zu 720 Kilometern garantieren. Durch die Beimischung von Aluminium brauchen diese Akkus außerdem weniger des seltenen Kobalts, was sie günstiger und nachhaltiger macht.

Nach Berechnung des Batteriespezialisten Cairn Energy Research schafft Tesla derzeit 120 Dollar je Kilowattstunde, gefolgt von VW und GM mit ungefähr 140 Dollar. „General Motors ist ganz vorn mit dabei, Tesla bei Elektroautos herauszufordern“, sagte Cairn-Berater Sam Jaffe.

Analysten rechnen mit E-Auto-Boom in den USA

100 Dollar gelten bei Experten als Preisgrenze, nach deren Unterschreiten Elektroautos mit herkömmlichen Fahrzeugen mithalten können. Nach einer Analyse der Deutschen Bank wird GM die Kostengrenze in drei Jahren erreichen, um 2025 bei 75 Dollar zu liegen. Allerdings: Tesla soll dann bereits 50 Dollar erreicht haben.

Die neue Strategie von GM passt auch bestens in das neue Umfeld unter der Regierung Biden. Analysten rechnen fest damit, dass die gesamte E-Auto-Branche vom Kurs der neuen US-Regierung profitieren kann.

Die Analysten von Evercore rechnen damit, dass dank der neuen Administration in Washington schon in vier Jahren 25 bis 30 Prozent der Neuwagen in den USA E-Autos sein werden. Bisher war man von 15 Prozent ausgegangen.

Dabei hat sich Barra längst nicht nur bei E-Autos positioniert. Sie hat 2016 auch das Start-up Cruise für selbstfahrende Autos für eine Milliarde Dollar übernommen und seitdem weiter in das Unternehmen investiert. Seit Neuestem dürfen auch komplett fahrerlose Testautos von Cruise in ausgewählten Vierteln San Franciscos fahren. Vergangene Woche hat sich auch Microsoft an Cruise beteiligt.