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"Genügt nicht den Anforderungen": Klima-Pläne der Ampel reichen laut Studie nicht für 1,5-Grad-Ziel

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Zwei Klima-Aktivisten laufen Anfang Oktober entlang einer Straße nahe dem Kohlekraftwerk Garzweiler in Lützerath.
Zwei Klima-Aktivisten laufen Anfang Oktober entlang einer Straße nahe dem Kohlekraftwerk Garzweiler in Lützerath.

Eine neue Klimastudie entkräftet die Behauptung der Ampel-Koaliton, mit ihrem Koalitionsvertrag die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten zu können. Bei der Vorstellung des Vertrags hatte Grünen-Chef Robert Habeck gesagt: „Und nun haben wir nachgerechnet und sehen, dass wir mit all den Maßnahmen, die wir beschlossen haben, über die 65 Prozent [weniger CO2-Reduktion bis 2030, Anm. d. Red.] hinausgegangen sind. Wir sind auf 1,5-Grad-Pfad mit diesem Koalitionsvertrag.“

Klimaforscher zweifeln an dieser Aussage (Business Insider berichtete). Nun hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin eine Studie vorgelegt, die zu dem Ergebnis kommt: Die Klimamaßnahmen im Ampel-Koalitionsvertrag reichen nicht, um den 1,5-Grad-Pfad oder das Pariser Klimaabkommen einzuhalten.

"Das aktuelle deutsche Klimaschutzgesetz sowie der Koalitionsvertrag der Ampelparteien sehen (...) nur die Klimaneutralität bis 2045 vor. Dies genügt nicht den Anforderungen des Pariser Klimaschutzabkommens", schreiben die Studienautoren um den Volker Quaschning, der an der HTW die Professur für Regenerative Energiesysteme innehat.

"Ziele der neuen Bundesregierung nicht mit dem 1,5-Grad-Pfad kompatibel"

SPD, Grüne und FDP wollen, dass Ende des Jahrzehnts 80 Prozent des Strombedarfs durch Erneuerbare Energien erzeugt wird. Solarenergie in Deutschland soll bis 2030 mindestens 200 Gigawatt Strom liefern. Die Offshore-Windkraft soll bis dahin 30 Gigawatt liefern; für die Windkraft an Land fehlt ein konkretes Gigawatt-Ziel. Zur Einordnung: Ein durchschnittliches Kernkraftwerk liefert etwa ein Gigawatt Strom pro Jahr.

Laut der HTW-Studie reichen diese Zielwerte jedoch nicht aus. "Für eine Paris-konforme Ausrichtung der Energieversorgung sind etwa doppelt so hohe Zubauziele erforderlich", schreiben die Autoren. Eine Ausrichtung der Energieversorgung, die mit den Pariser Klimazielen konform ist, bedeutet für die Autoren: Deutschland müsste seine CO2-Emmissionen spätestens 2035 auf null zurückführen, um einen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 1,7 Grad Celsius zu leisten. Das entspricht der Definition des Umweltgutachtens 2020 des Sachverständigenrats für Umweltfragen, der auch die Bundesregierung berät.

Das Resümee der Studienautoren bezüglich der Klimaziele der Ampelkoalition fällt sehr nüchtern aus: "Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Wind- und Solarausbauziele der neuen Bundesregierung nicht mit dem angekündigten 1,5-Grad-Pfad kompatibel sind", schreiben die Autoren der HTW-Studie. "Deutschland müsste dafür bereits 2030 klimaneutral werden. Die hierzu nötigen Zubauzahlen übersteigen die Ziele im Koalitionsvertrag um mehr als das Vierfache."

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