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Geflügelpest breitet sich weiter aus

·Lesedauer: 2 Min.
Geflügel

Die Geflügelpest hat erneut zu einer massenhaften Tötung von Hühnern und Puten geführt. Wie das brandenburgische Verbraucherschutzministerium am Montag in Potsdam mitteilte, wurde der Erreger H5N8 bei einem Putenbestand im Landkreis Märkisch-Oderland festgestellt. Rund zehntausend Puten seien getötet worden. Es ist demnach bereits der neunte Fall von Geflügelpest in einem Nutzgeflügelbestand innerhalb weniger Wochen in dem Bundesland.

Am Sonntag hatte zudem das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium in Kiel mitgeteilt, dass eine große Geflügelhaltung mit rund 76.000 Legehennen im Kreis Plön von der Geflügelpest betroffen ist. Alle Tiere müssten nach den Auflagen der Geflügelpestverordnung nun getötet werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, erklärte das Ministerium. Um den Betrieb wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.

Schleswig Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) bezeichnete den Ausbruch als schweren Schlag für den betroffenen Betrieb. Darüber hinaus zeige dies, dass sich die Lage "leider wieder verschärft" habe. Der Kreis Plön ist demnach der dritte Kreis in Schleswig-Holstein, der innerhalb von zwei Tagen den Ausbruch der Geflügelpest in einer Geflügelhaltung amtlich festgestellt hat.

Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Ministeriums bestätigt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) - das für Tierseuchen zuständige Bundesinstitut - aktuell zudem 22 weitere Nachweise der Geflügelpest bei Wildvögeln in dem Bundesland. In Schleswig-Holstein gab es demnach bislang bei neun Geflügelhaltungen mit insgesamt rund 81.000 Tieren einen Nachweis der Viruserkrankung. Bundesweit seien im Rahmen des aktuellen Geschehens knapp 90 Haltungen in bislang elf Bundesländern betroffen.

Die auch als Vogelgrippe bezeichnete Geflügelpest tritt sowohl bei Wildvögeln als auch in Geflügelbetrieben auf. Auch in Deutschland wurde sie immer wieder nachgewiesen. Das Virus H5N8 ist für die Vögel in der Regel tödlich, eine Gefahr für den Menschen wurde bisher nicht angenommen - allerdings hatten die russischen Behörden im Februar vermeldet, dass weltweit erstmals das Virus H5N8 auf Menschen übertragen worden sei. Die Erkrankung sei bei allen sieben Infizierten aber ohne Komplikationen verlaufen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte daraufhin Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit verendeten Vögeln angemahnt - wenn mehrere Vögel an einem Fundort entdeckt würden, sei das Informieren des Veterinäramtes sinnvoll. Tote Vögel sollten nicht angefasst werden.

jm/cfm