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"Jetzt wird gefeiert": Das sind Deutschlands erste Heldinnen von Tokio

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"Jetzt wird gefeiert": Das sind Deutschlands erste Heldinnen von Tokio
"Jetzt wird gefeiert": Das sind Deutschlands erste Heldinnen von Tokio
"Jetzt wird gefeiert": Das sind Deutschlands erste Heldinnen von Tokio

„Olympia-Medaille“, wiederholte Lena Hentschel immer wieder. Ein wenig ungläubig, wie am Fließband.

Dann kamen auch die Mannschaftskollegen, die Trainer, die Betreuer – sie alle umarmten Hentschel und ihre Partnerin Tina Punzel.

Um 8.46 Uhr deutscher Zeit war der Bann gebrochen. Das Team Deutschland feierte endlich seine erste Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio. Alles zu den Olympischen Spielen 2021

Es war eine Zitterpartie bis zum allerletzten Sprung und ein emotionales Happy End.

Weil die Italienerinnen im letzten Durchgang patzten, reichte es für die Europameisterinnen Punzel und Hentschel zu Bronze im Synchronwettbewerb vom Dreimeter-Brett. Medaillenspiegel bei Olympia

„Das ist das, wofür wir fünf Jahre trainiert haben. Dass der Plan jetzt so aufgegangen ist, ist einfach super schön“, sagte Punzel. Hentschel, die für den Medaillentraum extra von Berlin nach Dresden gezogen ist und ihr Abitur hinten angestellt hat, kündigte in der ARD an: „Jetzt wird gefeiert!“

Auch Bundestrainer Lutz Buschkow freute sich über den gelungenen Auftakt, der „Team D“ einen Schub geben soll: „Die erste Medaille nimmt natürlich auch ein bisschen Last vom gesamten deutschen Team und den Wasserspringern.“

Für Hentschel und Punzel ist es der größte Erfolg der bisherigen Karriere. Im Gegensatz zu Hentschel war Punzel auch in Rio schon dabei. Dort wurde sie Siebte im Synchronspringen vom Dreier. Zudem ist sie viermalige Europameisterin.

Für die deutschen Wasserspringer ist es zugleich die erste Olympiamedaille in diesem Wettbewerb seit 2008, als Ditte Kotzian und Heike Fischer in Peking ebenfalls Bronze gewonnen hatten.

Unruh: Erst Patzer, dann nervenstark

Nicht einmal eine Stunde später zogen die Bogenschützinnen um Lisa Unruh mit Bronze nach.

Unruh, Michelle Kroppen und Charline Schwarz setzten sich im Duell um Platz drei 5:1 gegen Belarus durch.

„Es ist überwältigend. Ich freue mich riesig“, sagte Unruh: „Es war super, es war total spannend. Wir haben super geschossen. Das war geil!“

Für Unruh, Silbermedaillengewinnerin in Rio, war der Wettbewerb im Yumenoshima Park Archery Field eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Im Halbfinale gegen das Trio des Russischen Olympischen Komitees hatte die Berlinerin noch gepatzt. Das mögliche Finale um Gold war dahin. Doch wenig später bewies Unruh Nervenstärke, versenkte den letzten Pfeil in die 10 und durfte mit dem Team zumindest über Bronze jubeln.

„Das tut so gut“

„Wir haben an das anknüpfen können, was wir uns das ganze Jahr erarbeitet haben“, sagte Bundestrainer Oliver Haidn: „Ich bin so stolz auf die Mannschaft. Das tut so gut. Wir sind einfach nur glücklich, dass wir unseren Familien und unseren Fans etwas zurückgeben konnten. Alle haben es super gemacht.“

In gleicher Besetzung hatte das deutsche Team bei der EM in Antalya Anfang Juni die Silbermedaille gewonnen. Für Unruh ist es das zweite olympische Edelmetall, 2016 hatte sie mit einem sensationellen Siegeszug im Einzel von Rio Silber gewonnen. Die WM-Vierte Kroppen und die erst 20 Jahre alte Schwarz feierten in Tokio ihren größten Karriereerfolg und holten im Erwachsenenbereich jeweils ihre erste Medaille überhaupt auf Weltniveau.

Der Deutsche Schützenbund (DSB) hatte seit der olympischen Premiere des Wettbewerbs im Jahr 1988 bislang zwei Medaillen gewonnen. Barbara Mensing, Cornelia Pfohl und Sandra Wagner-Sachse hatten 1996 in Atlanta Silber geholt. Vier Jahre später sicherte sich das Trio in Sydney Bronze.

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