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Lokführergewerkschaft zufrieden mit zweiter Streikwelle

·Lesedauer: 2 Min.
GDL-Chef Weselsky

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hat eine "erfolgreiche" Bilanz ihrer zweiten Streikwelle bei der Deutschen Bahn (DB) gezogen und bereits die nächste angedroht. Die GDL-Mitglieder trügen den eingeschlagenen Kurs nicht nur mit, sondern erwarteten "ausdrücklich eine Fortsetzung", erklärte die Gewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt am Main. Der Bahnverkehr lief am Morgen nach Angaben des Konzerns wieder weitgehend normal.

Die Lokführer hatten den Güterverkehr seit Samstagnachmittag und den Personenverkehr seit Montagmorgen um 02.00 Uhr bestreikt. Der Arbeitskampf endete am Mittwochmorgen um 02.00 Uhr. An jedem Streiktag seien mehr als 1000 Züge im Personenverkehr ausgefallen, an den Arbeitskampfmaßnahmen beteiligten sich bezogen auf die gesamte Streiklänge insgesamt mehr als 10.000 Beschäftigte, wie die GDL mitteilte.

"Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sind es leid, von ihrem Arbeitgeber Deutsche Bahn (DB) belogen, betrogen und missachtet zu werden", erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. "Der Druck auf die DB wächst – und er wird weiter wachsen." Nicht nur die GDL-Mitglieder, auch viele Nicht-Mitglieder und Konzernbeschäftige, Medien und Öffentlichkeit begegneten einem Arbeitgeber zunehmend mit Unverständnis, der so "uneinsichtig" gegen die eigenen Beschäftigten vorgehe.

Weselsky forderte "schnellstens" ein neues Angebot der Bahn im Tarifkonflikt. Die GDL will eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro und bessere Arbeitsbedingungen. Die Bahn bietet zwar 3,2 Prozent mehr Lohn, will die Stufen aber später umsetzen und eine längere Laufzeit. Am Sonntag hatte sie zudem Verhandlungen über eine Corona-Prämie angeboten, jedoch keine konkrete Zahl genannt. Die GDL wies dies als "Scheinangebot" zurück.

In dem Tarifkampf geht es auch um die Position der GDL im Konzern und im Wettbewerb mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Deren Chef Klaus-Dieter Hommel warf der GDL im Bayerischen Rundfunk erneut vor, sie führe einen "politischen Streik". Es gehe der GDL bei der jetzigen Auseinandersetzung darum, "ihr Überleben zu sichern und die EVG aus dem Unternehmen zu verdrängen und am Ende darum, den Konzern zu spalten".

Es laufe "eine Hetzkampagne gegen die EVG seit dem Tarifabschluss im vergangenen Jahr", sagte Hommel weiter. Die EVG hatte im September einen Tarifvertrag mit der Bahn abgeschlossen. Sollte die GDL nun mit Hilfe der Streiks einen höheren Tarifabschluss erzielen, dann werde die EVG dafür sorgen, "dass die Beschäftigten unserer Gewerkschaft nicht benachteiligt werden", sagte Hommel.

Die Bahn teilte am Mittwoch mit, im Fern- und Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen solle wieder "das komplette Fahrplan-Angebot fahren". Vom 23. bis 25. August gebuchte Fahrkarten des Fernverkehrs für vom GDL-Streik betroffene Strecken können demnach noch bis einschließlich 4. September flexibel genutzt werden. Bei Spar- und Super-Sparpreis-Tickets entfällt die Zugbindung.

ilo/hcy

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