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Gazprom & Nord Stream 2: „Nicht die Mehrheitsmeinung Deutschlands“

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 sind weiterhin ein heiß diskutiertes Thema. Viele politische Positionen gab es zuletzt zu der EU-Pipeline zu lesen. Ob es US-Präsident Joe Biden gewesen ist, der von einem schlechten Deal für Europa spricht, oder die inländischen Diskussionen. Der Faden reißt definitiv nicht ab.

Der Bau geht munter weiter, erste US-Sanktionen zeigen Wirkung. Das ist in Kurzform die Ausgangslage, in der wir uns befinden. Sowie auch Nord Stream 2 und damit verbunden natürlich die Aktie von Gazprom.

Jetzt hat sich ein weiterer Funktionär in diese Causa eingemischt und davon gesprochen, dass offenbar nicht die Mehrheitsmeinung in Deutschland in der Debatte kolportiert wird. Klingt spannend? Ist es auch. Hier ist, was du vielleicht als Randnotiz wissen willst.

Nord Stream 2: Nicht die Mehrheitsmeinung in Deutschland

Genauer gesagt ist es jetzt der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der sich ein weiteres Mal zu Gazproms Nord Stream 2 geäußert hat. Als Funktionär von Rosneft gilt Schröder inzwischen als ziemlich russlandnah. Das dürfte die Meinung natürlich etwas verzerren.

Jedenfalls spricht Schröder davon, dass die in der Presse geäußerte Kritik an Nord Stream 2 nicht die Mehrheitsmeinung der Bürger Deutschlands widerspiegele. Das Russland-Bashing treffe demnach nicht die Mitte der Gesellschaft, so der ehemalige Bundeskanzler. Davon sei er jedenfalls überzeugt.

Entsprechend weist der Altkanzler die Forderungen nach einem Baustopp zurück. Die EU-Pipeline solle auch angesichts eines Atom- und Kohleausstiegs die Energieversorgung der nächsten Generation sicherstellen. Argumente, die wir im Kontext von Nord Stream 2 wirklich nicht das erste Mal lesen.

Auch in Richtung der USA äußert sich Gerhard Schröder. Demnach sei das dortige Fracking-Gas umweltschädlich, teuer und qualitativ nicht so gut verwertbar. Wenn man den Bau von Nord Stream 2 stoppen werde, so säge man den Ast ab, auf dem man energiepolitisch selbst sitzen würde.

Natürlich eine streitbare Position …

Die Position von Gerhard Schröder können wir an dieser Stelle natürlich als streitbar klassifizieren. Als Funktionär und Russland-Sympathisant ist es klar, dass wir hier eine ganze Reihe von Vorteilen serviert bekommen. Egal ob es um die eigentliche Energiesicherheit geht oder die Vorteile, die mit dem Erdgas von Nord Stream 2 verbunden sind. Das dürfte auch an seiner Rolle liegen.

Aber ist das so verkehrt? Zumindest die USA diskutieren ebenfalls nicht sachlich (oder haben es zumindest zuletzt) und verweisen ihrerseits auf die Energiesicherheit Europas. Allerdings vermutlich auch, um ihr eigenes Fracking-Gas vermehrt absetzen zu können. Daher können wir diese Position vom Altkanzler durchaus durchgehen lassen. Wobei es trotzdem auch zu würdigen gilt, wie Russland sich zuletzt präsentiert. Der Fall Nawalny ist definitiv ein beachtenswertes Beispiel, wie es Kreml-Kritikern ergehen kann.

Trotzdem ist Energiepolitik das eine und mögliche Sanktionen in diesem Fall das andere. Eine Trennung, ohne dieses wirtschaftliche Projekt Nord Stream 2 ständig zu diskutieren, wäre zumindest wünschenswert. Zudem hätten Europa und Deutschland gewiss Vorteile, wenn der energiepolitische Ast, auf dem man sitzt, noch weiter ausgebaut wird.

Nord Stream 2: Es wird weiter diskutiert

Fest steht daher zumindest für mich: Die Diskussionen um Nord Stream 2 dürften nicht weniger werden. Vermutlich auch nicht weniger hitzig. Das dürfte noch ein ums andere Mal dazu führen, dass wir diese Causa zum Anlass für einen Foolishen Artikel nehmen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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