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Gasumlage: Wer sie zahlen muss, wie hoch sie ist und ob sich ein Anbieterwechsel lohnt

Die Gasumlage kommt: Mit diesen Kosten müssen Kunden jetzt rechnen.  - Copyright: Evgen_Prozhyrko via Getty Images
Die Gasumlage kommt: Mit diesen Kosten müssen Kunden jetzt rechnen. - Copyright: Evgen_Prozhyrko via Getty Images

Verbraucher haben Gewissheit: Die Gasumlage kommt ab dem 1. Oktober und läuft vorerst bis zum 1. April 2024. Aber was bedeutet das eigentlich? Durch die Gasumlage können Gasimporteure die gestiegenen Kosten für Gas an ihre Kunden weitergeben. Das sind zum einen Haushalte, also Privatkunden, und die Industrie. Die Bundesregierung will durch die Umlage die Gasversorgung gewährleisten – denn eventuelle Zahlungsschwierigkeiten der Gasimporteure wird durch die Weitergabe der Kosten vorgebeugt. Gaskunden müssen sich indessen auf erhöhte Rechnungen gefasst machen.

Wie hoch ist die Gasumlage?

Die Höhe der Gasumlage wurde von der Trading Hub Europe, einem Verbund aus Netzbetreibern, die quasi für die Bundesrepublik Gas einkaufen, berechnet und angekündigt. Sie beträgt 2,419 Cent pro Kilowattstunde Gas. In Zukunft könnte die Umlage jedoch weiter steigen. Preisanpassungen sind alle drei Monate möglich.

Wer muss die Gasumlage zahlen?

Die Gasumlage müssen alle deutschen Haushalte und Unternehmen zahlen, die Gas beziehen – solange ihr Gasanbieter auf die Umlage besteht. Der Energiekonzern RWE erwägt demnach aufgrund hoher Gewinne keine Abwälzung der steigenden Gaspreise am Markt auf die Kunden, wie "MDR aktuell" berichtet.

Knapp die Hälfte aller deutschen Haushalte heizen mit Gas. Auch sogenannte Mischsysteme sind von den Kostensteigerungen betroffen. Wer jedoch kein Gas verbraucht, ist von der Umlage nicht direkt betroffen.

Ob die Umlage auch bei Festverträgen berechnet werden kann, wird derzeit überprüft. Der Bundesverband der deutschen Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) argumentiert in einem Schreiben, dass Anpassungen gegenüber Kunden mit Verträgen ohne Anpassungsmöglichkeit bis zum 1. Oktober nicht durchgesetzt werden können, wie die "Tagesschau" berichtet. Knapp 25 Prozent der Haushaltskunden sind demnach davon betroffen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Umlage wird auf den ohnehin ansteigenden Gaspreis aufgerechnet. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr liegt dieser aktuell im Durchschnitt bei 17,84 Cent pro Kilowattstunde. Ein Vier-Personen-Haushalt mit diesem Verbrauch muss mit zusätzlichen Kosten im Jahr von 483 Euro ohne Mehrwertsteuer rechnen. Mit einer Mehrwertsteuer von 19 Prozent wären es sogar 575 Euro. Auf der Rechnung wird die Umlage erstmals wahrscheinlich im November oder Dezember ausgewiesen.

Was ist mit der Mehrwertsteuer?

Wie viel Mehrwertsteuer auf die Umlage gezahlt werden muss, ist noch nicht klar. Die EU-Kommission entschied am Dienstag, dass deutsche Kunden auf die Gasumlage eine Mehrwertsteuer zahlen müssen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte zuvor bei der EU um eine Ausnahme gebeten. Die Bundesregierung will nun auf einem anderen Weg Steuerentlastungen für die Kunden schaffen. Wie genau die Erleichterungen aussehen werden, ist noch nicht bekannt.

Der Bundesverband der deutschen Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert derweil eine zweijährige Senkung der Mehrwertsteuer auf die Umlage – von 19 auf den reduzierten Satz von sieben Prozent.

Lohnt sich jetzt ein Anbieterwechsel?

Wer jetzt seinen Anbieter aufgrund der erhöhten Preise wechseln möchte, sollte mit Bedacht vorgehen. Auf verschiedenen Vergleichsportalen können Kunden den besten Vertrag für sich finden. Allerdings seien die Gaspreise für Neukunden meist höher als die Kosten der alten Verträge, erklärt die Verbraucherzentrale. Somit könnte sich selbst bei einer Erhöhung der Kosten ein Anbieterwechsel nicht lohnen. Auch innerhalb des alten Anbieters sind Tarifwechsel zu neuen und womöglich besseren Konditionen möglich.

Ob sich ein Wechsel der Heizart lohnt, ist auch von Fall zu Fall unterschiedlich. Meistens fallen auch hier Kosten von mehreren Tausend Euro für die neue Infrastruktur an. Zudem ist auch nicht jede andere Heizart als Gas gleich günstiger. Das Heizen mit Strom kostet so zum Beispiel meist mehr als mit Gas. Und auch Strom wird hierzulande zu über zehn Prozent durch Verbrennung von Gas generiert. Höhere Gaspreise haben also auch höhere Strompreise zur Folge.