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Gaspreise seit Anfang September kräftig gesunken: Ist das Schlimmste schon vorbei?

Der Gaspreis sinkt am Markt – können Verbraucher dann aufatmen? - Copyright: Olga Rolenko via Getty Images
Der Gaspreis sinkt am Markt – können Verbraucher dann aufatmen? - Copyright: Olga Rolenko via Getty Images

Die Offensive der Ukraine im Krieg gegen Russland verläuft erfolgreich. Auch die Märkte reagieren positiv auf die Entwicklung und die Gaspreise sinken wieder. Woher kommt die plötzliche Kehrtwende und was bedeutet das für die Verbraucher?

Wie stark ist der Gaspreis aktuell gesunken?

Ende August erreichte der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas mit 346 Euro pro Megawattstunde ein neues Rekordhoch. Die Preise der Niederländer gelten als Richtwert für die europäischen Gaspreise. Seitdem ist der Gaspreis mit kleineren Schwankungen jedoch stetig gesunken, zuletzt auf unter 190 Euro pro Megawattstunde – fast 50 Prozent unter dem Hoch im August.

Die Entwicklung des Gaspreises am Terminkontrakt TTF mit Stand Montagmorgen, 19.September 2022 - Copyright: TradingView
Die Entwicklung des Gaspreises am Terminkontrakt TTF mit Stand Montagmorgen, 19.September 2022 - Copyright: TradingView

Aktuell pendelt sich der Preis um die 200 Euro Grenze ein. Analysten wie die Investmentbank Goldman Sachs gehen davon aus, dass sich der Gaspreis über den Winter weiter entspannen wird, wie "Capital" berichtet.

Erdgas-Odyssee
Erdgas-Odyssee

Warum sinkt der Gaspreis plötzlich?

Für die aktuell sinkenden Gaspreise gibt es verschiedene Gründe. Einer davon ist die Ankündigung Russlands, kein Gas mehr zu liefern. Auf den ersten Blick ist das keine gute Nachricht. Nach dem Gasstopp durch die Pipeline Nord Stream 1 ist der Gaspreis am Markt auch zunächst angestiegen. Doch durch die Entscheidung Russlands sei den Märkten die Unsicherheit genommen worden, erklärt der Ökonom Andreas Löschel bei "zdf heute".

"Die schlechte Nachricht ist jetzt auf dem Markt, man kann nun die ökonomischen Kosten berechnen und sieht, dass man wahrscheinlich insgesamt durch den Winter kommt", so Löschel, Inhaber des Lehrstuhls für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit an der Ruhr-Universität Bochum. Zudem bezieht die EU nur noch neun Prozent des Gases aus Russland. Vor dem Krieg waren es noch knapp 40 Prozent. Auch der Anteil an LNG-Käufen steigt, wodurch sich der Markt entspannt.

Hinzu kommt, dass die Gasspeicher in Deutschland und der EU vergleichsweise gut gefüllt sind. Hierzulande sind es Stand 13. September 88,7 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren lag der Mittelwert zum gleichen Zeitpunkt bei 84,4 Prozent. Die Angst vor einer Gasknappheit aufgrund ausbleibender Lieferungen im Winter sinkt dadurch. Auch das wirkt sich positiv auf den Gaspreis aus.

Werden Gas und Strom jetzt wieder billiger?

Für die Verbraucher hat der sinkende Gaspreis am Markt keine direkten Auswirkungen. Auch wenn sich der Preis wieder beruhigt, liegt er auf einem bis zu zehnmal höheren Niveau als noch im Vorjahr. Preiserhöhungen und steigende Energiekosten stehen also trotzdem an. Verbraucher sollten die Strom- und Gasrechnung weiter im Auge behalten.

Schwankungen am Markt sind ebenfalls in Zukunft möglich. Ökonom Löschel gibt jedoch bei "zdf heute" Entwarnung: "Die Spitzenpreise werden wir so schnell nicht wiedersehen." Die Kosten für Gas sind also kein Fass ohne Boden.

In unserem Energieratgeber geben wir Tipps und Tricks, mit denen ihr informiert und gut durch die Krise kommt.