Deutsche Märkte schließen in 1 Stunde 11 Minute

Gas-Debatte: Lehrerverband warnt vor 'Zitterpartie' in Schulen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) pochen in der Debatte über eine mögliche Gasknappheit auf eine sichere Versorgung der Schulen. Der Lehrerverband trete "vehement" dafür ein, dass Schulen gemäß dem Gasnotfallplan zu den besonders geschützten Kunden zählten, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Die GEW-Vorsitzende Maike Finnern nannte es richtig, dass Schulen zu den geschützten Kunden gehörten, die in der Notfallstufe prioritär mit Gas versorgt werden sollten.

In Deutschland gilt momentan die zweite Stufe des sogenannten Notfallplans Gas. Der Plan hat drei Stufen: die Frühwarn-, die Alarm- und die Notfallstufe. In der Notfallstufe könnte der Bund Gas rationieren und verteilen. Besonders geschützt vor Kürzungen sind hierbei unter anderem Privathaushalte, soziale Einrichtungen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas oder Schulen.

Schulen seien nicht nur systemrelevant, sagte Meidinger. Es gehe auch um die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen. Er warnte davor, bei Gasknappheit die Temperaturen in Schulen abzusenken. Mangels vorhandener Raumluftfilteranlagen werde man wieder auf regelmäßiges Stoßlüften setzen müssen. "Wenn dann gleichzeitig die Heizungen heruntergefahren werden, wird Schule im nächsten Winter zur großen "Zitterpartie" werden!"

Mit Winterjacke im Unterricht - "Eltern und Schülerinnen und Schüler sollten das nicht noch einmal erleben müssen", sagte Finnern. Beide Verbandsvertreter kritisierten, dass zu viele Schulen nicht energieeffizient gebaut oder saniert seien. Finnern sprach unter Berufung auf Zahlen der staatlichen Förderbank KfW von einem Sanierungsstau von 45,6 Milliarden Euro. In vielen Schulen sei der der Energiebedarf extrem hoch, sagte Meidinger. "Jetzt aber die Schülerinnen und Schüler dafür bluten zu lassen, halten wir für falsch, ja verantwortungslos."

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.