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Ganz einfach in wenigen Wochen aus 1.000 Euro 96.296 Euro machen? So geht’s!

Frank Seehawer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wie macht man aus 1.000 Euro fast 100.000 Euro? Nun, wer ein wenig Geduld mitbringt, der könnte mit einem frühen Engagement in starke Wachstumsaktien wie Amazon (WKN: 906866) Alphabet (WKN: A14Y6F) oder Tesla (WKN: A1CX3T) und etwas Glück die magische Kennzahl schon nach ein paar Jahren überschreiten.

Mit Wachstumsunternehmen reich werden?

Das Risiko ist hier aber auch groß, dass man auf die falschen Wachstumsunternehmen setzt und nur einen leicht überdurchschnittlichen Wertzuwachs erreicht. Im schlimmsten Fall entwickelt man sich sogar schlechter als die entsprechenden Leitindizes. Dann würde sich der Zeitraum, in dem sich das Kapital verhundertfacht, deutlich erhöhen oder nie erreicht.

Klassische Value-Aktien wählen?

Bleibt man bei einem konservativen Ansatz, bei dem sich das Kapital mit guten Dividendenwachstumswerten alle zehn Jahre verdoppelt, so bräuchte man hier immerhin mehr als sechs Jahrzehnte! 

Zugegeben, diese Option ist auch nicht schlecht für einen Fool. Allerdings bräuchte man schon ein deutlich höheres Startkapital, denn in 60 Jahren muss man deutlich mehr Geld für seinen täglichen Bedarf ausgeben.

Spekulativ sein?

Doch anstatt sein ganzes Leben auf die perfekte Aktie zu warten, die einem den Wohlstand im Alter etwas erhöht, könnte man mit etwas Risiko auch mehr erreichen.

Erst kürzlich wurde in den Medien eine Finanzspekulationen des Pershing-Square-Hedgefonds-Managers Bill Ackmann bekannt. Aus zusammengerechnet 27 Mio. US-Dollar schweren Absicherungsgeschäften für sein 6,5 Mrd. US-Dollar Aktienportfolio machte er innerhalb weniger Wochen einen Gewinn von 2,6 Mrd. US-Dollar – einer Verhundertfachung des eingesetzten Kapitals. Wow! Wie ist da passiert?

Genau genommen handelte es sich bei den Absicherungsgeschäften um spezielle Kreditderivate, mit denen Investoren sich gegen Zahlungsschwierigkeiten von Unternehmen schützen. Normalerweise kosten diese Papiere nicht besonders viel, sie steigen jedoch im Preis, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten für Kreditausfälle erhöhen. 

Bereits in der Finanzkrise 2008 funktionierten solche Wetten ganz gut. Bill Ackman scheint hier etwas gelernt zu haben. Das richtige Timing ist ein entscheidender Faktor. In einer Telefonkonferenz mit dem Finanzsender CNBC rief er zeitnah öffentlich zum Shutdown auf, um seiner Wette mehr Dynamik zu verleihen.

Mit Erfolg, die Wette ging am Ende auf. Es kam zu dem besagten Shutdown. Die Aktienmärkte stürzten ab, Ackman verdiente prächtig. Dabei wird Ackman mit Sicherheit nicht der einzige Investor gewesen sein, der hohe Profite mit den Kursstürzen gemacht hat. Er ist wahrscheinlich nur der einzige, der öffentlich darüber redet.

Nach seinem Jahrhundertgewinn wechselte der Guru allerdings schnell wieder das Lager. Er investierte rund 1,5 Mrd. US-Dollar in Aktien von Starbucks, Agilent, Berkshire Hathaway, Hilton, Lowe’s, Chipotle Mexican Grill und Restaurant Brands. Besonders fällt hier der Bezug zu den stark gebeutelten Unternehmen des Shutdowns auf. 

Gleichzeitig forderte er nun Konjunkturprogramme, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Natürlich würden mit solchen Programmen wieder seine eigenen Positionen gestärkt werden.

Für viele Fools ist eine solche Herangehensweise nicht zu empfehlen. Ein Fool agiert nicht wie ein Hedgefondsmanager oder ein Spekulant. Die Möglichkeit, mit Kreditderivaten seine Performance aufzubessern, ist nicht der Kern seiner Ideologie. 

Er ist langfristig an einer guten Entwicklung eines Unternehmens interessiert und begleitet dieses nach Möglichkeit über Jahre und Jahrzehnte. Nur so können sich die Potenziale des Unternehmens entfalten und Werte für die Anleger der ersten Stunde geschaffen werden. 

Die Möglichkeit, innerhalb weniger Wochen sein eingesetztes Kapital zu verhundertfachen, ist schlichtweg unseriös und hat mit einer soliden und guten Kapitalanlage gar nichts zu tun. Es ist eine reine Spekulation mit dem Risiko eines Totalverlustes. So enttäuschend dies für viele klingen mag, es ist einfach die Wahrheit.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von Starbucks, Alphabet und Berkshire Hathaway. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien), Amazon und Tesla und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

Motley Fool Deutschland 2020