Blogs auf Yahoo Finanzen:

G-20 wollen keinen "Währungskrieg"

Moskau (dapd). Kein "Währungskrieg": Die Finanzminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben sich darauf verständigt, die Wechselkurse nicht zu Wettbewerbszwecken nutzen zu wollen.

Nach einem zweitägigen Treffen in Moskau hieß es in einer am Samstag verbreiteten Abschlusserklärung, die Geldpolitik eines Landes solle möglichst wenig Einfluss auf andere Staaten haben und sich allein darauf konzentrieren, Preisstabilität und Wachstum sicherzustellen. Auf neue Ziele zur Verringerung von Haushaltsdefiziten, wie es Deutschland gefordert hatte, könnten sich die G-20 nicht einigen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) betonte, Deutschland stehe nicht isoliert da.

Die G-20-Finanzminister und Zentralbankchefs wollten bei dem Treffen unter anderem Spekulationen entgegenwirken, wonach die schwankenden Währungskurse durch die große Zahl an geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen zu Konflikten unter den Staaten geführt hätten. Geldpolitik solle nur auf Preisstabilität und Wachstum abzielen, hieß es in der Abschlusserklärung.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, begrüßte die Erklärung der Finanzminister. Sie würdigte, dass sich die Teilnehmer des G-20-Treffens verpflichtet hätten, vom Abwerten ihrer Währungen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen abzusehen, Protektionismus in jeder Form abzulehnen und die Märkte offen zu halten. Es sei übertrieben gewesen, von einem "Währungskrieg" zu sprechen, geredet worden sei über "Währungssorgen".

Schäuble wertete die Erklärung als klares Bekenntnis zu früheren Vereinbarungen zum Schuldenabbau. Spekulationen, Deutschland stehe mit seiner Haltung zu Sparpolitik vollkommen isoliert da, seien nicht richtig, betonte er.

Der CDU-Politiker verwies ferner darauf, dass sich die G-20-Staaten einig gewesen seien darin, dass Währungsabwertungen aus Wettbewerbsgründen vermieden werden müssten. Alle wüssten, dass die Wechselkurse auf dem Markt festgelegt werden müssten, sie seien kein Mittel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

Merkel begrüßt EU-Vorschlag für Finanztransaktionsteuer

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte den Vorschlag der EU-Kommission für eine Finanztransaktionssteuer. Es sei gelungen, elf europäische Länder dafür zu gewinnen, diese Steuer auch umzusetzen, sagte sie in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. "Sicherlich ist dies nur ein Anfang, denn es wäre besser, alle würden mitmachen", sagte sie. Gleichwohl werde die Bundesregierung alles daran setzen, "dass die Beratungen zur Einführung dieser Finanztransaktionssteuer zügig ablaufen".

Mit einem vor wenigen Tagen vorgestellten Richtlinienentwurf geht Brüssel über den ursprünglichen Vorschlag hinaus und will nun weltweit alle Geschäfte besteuern, bei denen Finanzprodukte gehandelt werden, die in einem der beteiligten Länder ausgegeben worden sind. Neben Deutschland und Frankreich gehören Italien, Spanien, Österreich, Belgien, Griechenland, Portugal sowie Estland, Slowenien und die Slowakei zum Kreis der elf Länder.

dapd

Meistgelesene Artikel - Yahoo Finanzen

  • In USA angeklagter Dotcom bekommt Autos zurück
    In USA angeklagter Dotcom bekommt Autos zurück

    Der in den USA angeklagte deutschstämmige Internet-Unternehmer Kim Dotcom soll seine in Neuseeland beschlagnahmten Vermögenswerte zurückbekommen.

  • U-Boot-Suche nach MH 370 klappt erstmals
    U-Boot-Suche nach MH 370 klappt erstmals

    Die U-Boot-Suche nach dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug ist endlich richtig im Gange: Beim dritten Versuch klappte der Einsatz wie vorgesehen.

  • Modemarke Topman bringt Jacke mit Nazi-Symbolik auf den Markt Yahoo Finanzen - Mo., 14. Apr 2014 13:39 MESZ

    Das britische Street-Wear-Label „Topman“ hatte kürzlich eine Kapuzenjacke beworben, die stark an die Symbolik der Nationalsozialisten im Dritten Reich erinnert. Für umgerechnet 247 Euro konnten Kunden das Kleidungsstück online kaufen. Besonders ein Emblem schien dem Erkennungszeichen der NSDAP-Schutzstaffel (Abkürzung SS) nachempfunden …

  • Google kauft Drohnen-Hersteller für globale Internet-Versorgung
    Google kauft Drohnen-Hersteller für globale Internet-Versorgung

    Google und Facebook erhöhen im Wettlauf um die globale Internet-Versorgung das Tempo: Google kauft den Drohnen-Hersteller Titan Aerospace, an dem zuvor auch Facebook interessiert gewesen sein soll. Ein Preis wurde am Montag nicht genannt.

  • Erdogan beschuldigt Twitter der Steuerhinterziehung
    Erdogan beschuldigt Twitter der Steuerhinterziehung dpa - So., 13. Apr 2014 13:23 MESZ
    Erdogan beschuldigt Twitter der Steuerhinterziehung

    Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat dem zeitweise gesperrten Kurzmitteilungsdienst Twitter nun Steuerhinterziehung vorgeworfen.

 

Vergleichsrechner

  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »