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FTD steht nach eigenen Angaben "vor der Einstellung"

Hamburg (dapd-nrd). Die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) ist nach eigenen Angaben am Ende. "'Die Financial Times Deutschland' steht vor der Einstellung", schrieb die Redaktion am Mittwoch auf der Homepage der Zeitung. "Jetzt warten wir die Entscheidung unserer Verlagsführung ab. Dann blicken wir nach vorn", hießt es in der kurzen Erklärung.

Am Mittwoch beriet der Aufsichtsrat des Verlagshauses Gruner + Jahr über die Zukunft der defizitären Zeitung und anderer Wirtschaftsmedien des Hauses. Über Ergebnisse wurde nichts bekannt. Ein Verlagssprecher teilte mit, "mit einer etwaigen Verkündung ist am Mittwoch nicht zu rechnen".

Eine Sprecherin des Betriebsrates der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien sagte, die Arbeitnehmervertretung erwarte, dass sie am (morgigen) Donnerstag über die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung informiert werde. Eine Betriebsversammlung zur Information der Belegschaft sei bislang nicht für Donnerstag angesetzt, könne aber jederzeit kurzfristig angesetzt werden.

Das Gremium hatte sich zuvor in einer Erklärung entsetzt über Pläne des Vorstands gezeigt, "die rund 350 Mitarbeiter von Financial Times Deutschland, Capital, Börse Online und Impulse vor die Tür zu setzen". Es forderte die Firmenleitung auf, "Arbeitsplätze an allen betroffenen Standorten zu sichern, oder angemessene Alternativen im Konzern" zu schaffen.

Medienberichten zufolge soll die "FTD" aufgrund der schlechten Ertragslage eingestellt werden. Die Finanzzeitung schreibt seit ihrer Gründung vor zwölf Jahren rote Zahlen. Die täglich verkaufte Auflage liegt aktuell bei 102.000 Stück. Darunter sind aber viele verbilligte Exemplare etwa für Fluglinien.

Zudem sollen mit "Impulse" und "Börse Online" weitere Wirtschaftsblätter des Verlages verkauft werden, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) schon am Dienstag berichtete. Mehr als 300 Beschäftigte wären von den Maßnahmen betroffen. Das Blatt "Capital" wolle der Verlag dagegen behalten.

Verlag schließt Kündigungen vor Jahresende aus

Der Vorstand schloss nach Angaben des Betriebsrats Kündigungen vor dem Jahresende aus. Vorstandsmitglied Julia Jäkel habe dem Betriebsrat versichert "dass, falls Kündigungen ausgesprochen werden, dies nicht mehr in diesem Jahr erfolgt", hieß es in einer Erklärung der Arbeitnehmervertretung. Ein Verlagssprecher lehnte jeden Kommentar zu der Erklärung ab.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appellierte an die soziale Verantwortung des Managements gegenüber den Beschäftigten. Sparmaßnahmen dürften nicht einseitig zu Lasten der Journalisten beschlossen werden, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in Berlin.

Unterdessen wächst auch beim Berliner Verlag nach dem Insolvenzantrag für die "Frankfurter Rundschau" die Verunsicherung. Der Betriebsrat reagierte auf ein Abfindungsangebot der Geschäftsführung und warnte vor einem Personalabbau. In fast allen Ressorts und Abteilungen des Verlags seien in den vergangenen Jahren Stellen abgebaut oder ausgelagert worden, erklärte er. Viele Bereiche seien unterbesetzt, der Arbeitsdruck auf die verbliebenen Kollegen erhöhe sich dadurch. "Wir lehnen diese Personalpolitik ab", betonte die Arbeitnehmervertretung.

Die Arbeitnehmervertretung warnte die Mitarbeiter zudem davor, das Abfindungsangebot des Verlags voreilig anzunehmen, da es mit Nachteilen etwa beim Bezug von Arbeitslosengeld verbunden sei. Die FR gehört wie der Berliner Verlag zur Mediengruppe M. DuMont Schauberg. Ein Sprecher der Gruppe bestätigte, dass es Personalabbau beim Berliner Verlag geben werde. "Über die Größenordnung werden wir zuerst die Mitarbeiter informieren", fügte er hinzu.

(Link zum Artikel der "FTD": http://url.dapd.de/6UL4cE )

dapd

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