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Fridays for Future enttäuscht über Wahlprogramme

·Lesedauer: 2 Min.

Der Klimaschutz findet sich in nahezu allen Wahlprogrammen. Doch die Pläne keiner Partei reichten für das 1,5-Grad-Ziel aus, kritisiert Fridays for Future - und fordert konkrete Maßnahmen ein.

Aktivisten von Fridays for Future demonstrieren für bessere Umweltgesetze, um die Klimaerwärmung zu stoppen.
Aktivisten von Fridays for Future demonstrieren für bessere Umweltgesetze, um die Klimaerwärmung zu stoppen. (Bild: dpa)

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat sich tief enttäuscht über die Wahlprogramme zum Thema Klimaschutz gezeigt. 

"Keines der Wahlprogramme der etablierten Parteien reicht aus, um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten und einen gerechten Beitrag Deutschlands dazu zu leisten", sagte die Aktivistin Carla Reemtsma der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es braucht den gesellschaftlichen Druck von unten, weil mit keinem Wahlprogramm ein Beitrag geleistet wird für das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens. Es braucht die Massenproteste auf der Straße. Das werden wir in den kommenden Wochen tun."

Konkrete, schnelle Maßnahmen gefordert

Das übrig gebliebene Emissionsbudget, was Deutschland noch hätte, um einen gerechten Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel zu leisten, würde nicht eingehalten, sagte Reemtsma. "Es geht nur um Fernziele und sehr wenig um konkrete Maßnahmen, um die Emissionen jetzt zu reduzieren. Dabei ist die kommende Legislaturperiode die letzte, in der wir noch einen Beitrag leisten können, um die 1,5-Grad-Grenze noch zu erreichen. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um schnellstmöglich Emissionen zu senken."

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Nach dem Pariser Klimaabkommen soll die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter 2 Grad begrenzt und alles daran gesetzt werden, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen.

Studie zeigt: Es ist noch möglich, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen 

Line Niedeggen von Fridays for Future sagte der dpa: "Wir sind in vielen Bereichen schon viel weiter als vor zwei, drei Jahren. Es hat sich in der Gesellschaft ganz, ganz viel geändert. Die Wahrnehmung der Klimakrise ist viel akuter." Gleichzeitig aber habe sich die Klimakrise durch die anhaltende Zerstörung sehr stark beschleunigt. "Das sehen wir an der Flutkatastrophe. Wir spüren nun am eigenen Leib die Auswirkungen der Klimakrise, die wir weltweit in vielen Regionen schon beobachten mussten."

Sie verwies darauf, dass eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag der Bewegung gezeigt habe, dass es möglich sei, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen - wenn die Politik aufhöre über die Wirksamkeit der bisherigen Pläne zu lügen. "Wir müssen aufhören, in fossile Industrien zu investieren, fossile Subventionen in Milliardenhöhe aufrechtzuerhalten, neue fossile Projekte zu bauen und eben nicht ausreichend die Anpassung an die Klimakrise zu finanzieren."

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