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Freudentag für Commerzbank-Finanzchefin: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Arno Schütze über gute Stimmung in Frankfurt. — Abonnieren Sie unseren Newsletter Fünf Themen des Tages und erhalten Sie sonntags das Hauptstadtgeflüster direkt in Ihre Mailbox.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Kleinere Zukäufe

Die Commerzbank erfreut Anleger mit dem besten Quartalsgewinn — einem operativen Ergebnis von 1,1 Milliarden Euro — in zehn Jahren, die Aktie steigt um bis zu 5,8%. Die Analysten treibt daraufhin die Frage um, was Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank denn mit dem Geld machen will, und wann der nächste Aktienrückkauf beginnt.

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Ab August soll das geschehen, also so bald wie möglich nach der Präsentation der Halbjahresergebnisse, ist die die Antwort von Finanzchefin Bettina Orlopp. Im Bloomberg-TV-Interview bringt sie auch mögliche Zukäufe ins Spiel. Vor allem in der Vermögensverwaltung will sich die Bank so verstärken. Allerdings gehe es um kleine Deals, stellt Bankchef Manfred Knof klar. Für große, grenzüberschreitende Deals fehlt es nach Einschätzung der Bank in Europa ohnehin noch an einer Banken- und Kapitalmarktunion.

Ein Wermutstropfen in der soliden Quartalsbilanz sind die andauernden Probleme mit Fremdwährungskrediten der polnischen Tochter mBank. Dafür musste die Commerzbank zum Jahresauftakt mehr Geld zurücklegen als zuletzt. Noch sind 20.000 Fälle vor Gericht anhängig. Die Commerzbank will sich mit so vielen Kunden wie möglich vergleichen und erwartet, dass Rückstellungen im Gesamtjahr 2024 und in den Folgejahren insgesamt sinken.

Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Alexander Kell und Rainer Bürgin: Börsen-Buntes, Vertrauenssache, Hoffnung, kein bisschen Frieden, und erstmal weg.

Börsen-Buntes

Die Allianz hat ihren Betriebsgewinn im ersten Quartal um 7% gesteigert. Schub brachte ein über den Erwartungen liegendes Ergebnis im Versicherungsbereich Schaden und Haftpflicht. Bei der Fondstochter Pimco gab es den stärksten Zufluss von Kundengeldern seit rund sechs Jahren. Der Allianz-Börsenkurs liegt am Mittag dennoch 1% im Minus. Seit dem Jahreswechsel hat er 8% zugelegt. Thyssenkrupp hat angesichts gesunkener Stahlpreise und Verlusten im Emissionshandel den Ausblick gesenkt. Im Geschäftsjahr 2024 rechnet das Management nun mit einem Nettoverlust im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Zuvor war man davon ausgegangen, nach dem Vorjahresverlust von knapp 2 Milliarden Euro ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis erzielen zu können. Das Marktumfeld und der Konjunkturausblick seien schwierig, hieß es aus Essen. Die Thyssen-Aktie grenzte ein Minus von zeitweise 8% zum Mittag auf 2% ein. Im Fokus der Börse stehen die US-Inflationsdaten um 14:30 Uhr.

Vertrauenssache

US-Notenbankchef Jerome Powell hat die Notwendigkeit betont, die Leitzinsen noch länger hoch zu halten. Die Fed müsse geduldig sein und auf Anzeichen für eine weitere Abschwächung der Inflation warten, sagte Powell gestern. Die jüngsten Inflationszahlen deuteten darauf hin, dass es länger als erwartet dauern könnte, das für Zinssenkungen notwendige Vertrauen zu gewinnen. Der am Dienstag veröffentlichte US-Erzeugerpreisindex für April übertraf alle Schätzungen der von Bloomberg befragten Ökonomen. Heute wird der US-Verbraucherpreisindex für April veröffentlicht. Im Euroraum herrscht mehr Zuversicht. “Da wir genügend Vertrauen haben, werden wir sehr wahrscheinlich mit der Senkung der Zentralbankzinsen beginnen, zweifellos auf unserer Sitzung Anfang Juni”, sagte der französische EZB-Gouverneur Francois Villeroy de Galhau. Gestern hatte sich der Falke Klaas Knot ähnlich geäußert: “Wir werden neue Projektionen haben, und ich bin wieder zuversichtlich, dass, wenn sie das Bild bestätigen, wie ich es gerade skizziert habe, der Juni eine gute Gelegenheit sein wird, einen ersten Schritt zur Aufhebung der Straffung zu machen.”

Hoffnung

Nach fast zwei Jahren rückläufiger Bewertungen lässt die Talfahrt bei europäischen Gewerbeimmobilien etwas nach. In ersten drei Monaten des Jahres sanken die Bewertungen um 0,5%, wie Daten des Analysehauses Altus Group zeigen. Im Schlussquartal 2023 ging es noch 3,4% nach unten. “Der Wertverlust hat sich in allen Sektoren des Marktes deutlich abgeschwächt”, erklärt Altus-Experte Phil Tily. “Die Wertverluste ließen bei Industrie- und Wohnimmobilien am stärksten nach, während die Werte für Einzelhandels- und Büroimmobilien weiterhin überdurchschnittlich stark fielen.” China derweil erwägt zu Stützung des angeschlagenen Immo-Marktes, Millionen unverkaufter Wohnimmobilien im ganzen Land aufkaufen zu lassen. Staatsunternehmen würden gebeten, unverkaufte Häuser von notleidenden Bauträgern zu erwerben, berichten darüber informierte Kreise. Dabei sollen Kredite staatlicher Banken zum Einsatz kommen. Der Kauf soll mit hohen Preisabschlägen erfolgen.

Kein bisschen Frieden

Was bringt die Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz im Juni? Wohl nicht viel, und das nicht nur, weil Russland als Aggressor gar nicht eingeladen ist. Die Diplomaten konzentrieren sich bei den Vorbereitungen auf sehr begrenzte Ziele, um eine Teilnahme Chinas und anderer Länder des globalen Südens nicht zu gefährden. Es werde an Texten gearbeitet, die sich auf die UN-Grundprinzipien und andere grundlegende Fragen wie die Rückführung verschleppter Kinder, den Austausch von Gefangenen sowie die nukleare und Ernährungssicherheit konzentrieren, ist zu hören. Dies hat nichts mit dem ukrainischen Friedensplan zu tun, der den Abzug der russischen Truppen verlangt. Vorher reist Wladimir Putin aber nach China und unterstreicht durch das Treffen mit Präsident Xi Jinping die zentrale Bedeutung der Beziehungen zum Antagonisten der USA. Die haben jüngst ihre Warnungen an chinesische Banken und Exporteure verschärft, dass es Konsequenzen haben könnte, wenn sie die militärischen Kapazitäten Russlands unterstützen. Propagandistisch macht der Kreml unterdessen, was er seit jeher tut: er instrumentalisiert die Friedensbewegungen im Westen.

Erstmal weg

Krypto-Kleinanleger waren schon oft Opfer von Hacks und Betrügereien. Nun hat es ein größeres Investmenthaus erwischt: Informierten Kreisen zufolge ist der wichtigste Hedgefonds von BlockTower Capital von Betrügern geknackt und teilweise geplündert worden. Nach Angaben des Datenanbieters PitchBook verwaltet BlockTower Vermögenswerte im Volumen von 1,7 Milliarden Dollar. Blockchain-Experten versuchen herauszufinden, was genau passiert ist. Der Entwickler des häufig zur Crypto-Geldwäsche genutzten Dienstes Tournado Cash indessen ist von einem niederländischen Gericht zu einer mehr als fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte den Dienst als Mittel auf die Beine gestellt, um die Nachverfolgung von Finanztransaktionen zu erschweren. Der schwergewichtige Bitcoin-Besitzer MicroStrategy wird in den wichtigen Börsen Index MSCI World aufgenommen.

Was sonst noch passiert ist

  • Aareal-Risikovorsorge

  • Luxus-Probleme

  • Sanfte Landung

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