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Fresenius, Realty Income & Allianz: 3 günstige Aktien weit oben auf meiner Watchlist!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wir Fools lieben es, aus einem langfristigen Blickwinkel heraus Anteile hervorragender Unternehmen zu kaufen. Noch mehr schätzen wir es allerdings, wenn wir diese zu einem besonders günstigen Preis erwerben können. Das erhöht schließlich langfristig das Renditepotenzial.

Wann es zu einer Korrektur kommen wird, können wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings wissen wir, dass wir uns für den Fall der Fälle ziemlich einfach vorbereiten können: nämlich mit einer Watchlist.

Werfen wir in diesem Sinne einen Blick auf meine Watchlist, denn die Aktien von Fresenius (WKN: 578560), Realty Income (WKN: 899744) und der Allianz (WKN: 840400) besitzen hier einen Platz ziemlich weit oben. Warum? Das ist eine Frage, der wir im Folgenden auf den Grund gehen wollen.

1) Fresenius: Günstiger noch ein Kauf!

Zugegeben: Bei der Aktie von Fresenius habe ich bereits im letzten Crash schon ein weiteres Mal zugeschlagen. Allerdings würde ich wohl erneut schwach werden, denn tatsächlich könnte die DAX-Aktie in meinen Augen eines der attraktivsten Gesamtpakete sein. Wobei es neben der günstigen Bewertung insbesondere die defensive Klasse ist.

Fresenius ist als Gesundheitskonzern schließlich alles andere als zyklisch. Das erste Quartal hat mit einem Umsatzplus von 7 % auf währungsbereinigter Basis sowie operativer Stagnation aus Sicht der Ergebnisse bewiesen, wie sehr sich die unzyklische Ausrichtung auszahlt. Die jeweiligen Standbeine wie Helios, das Krankenhaussegment, Fresenius Medical Care, der Dialysebereich oder auch Kabi, der Medikamenten- und Lebensmittelbereich, unterliegen keinerlei wirtschaftlichen Schwankungen. Krankheiten richten sich schließlich nicht nach Auf- und Abschwüngen.

Bei einem aktuellen Aktienkursniveau in Höhe von 44,67 Euro (19.06.2020, maßgeblich für alle Kurse) und einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 3,38 Euro beläuft sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 13,2. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt unter 1, die Dividendenrendite des aristokratischen Ausschütters bei 1,88 %. Sofern die Bewertung bedeutend günstiger wird, würde ich hier ein weiteres Mal zuschlagen.

2) Realty Income: Ebenfalls unzyklisch!

Wer hätte das gedacht: Auch die Aktie von Realty Income mit seinem Immobilienfokus schwerpunktmäßig im Einzelhandels- und gewerblichen Bereich ist in diesen Tagen nicht zyklisch. Der Grund? Ziemlich einfach: Ein Großteil der Mieter sind große Ketten, die als solche weniger anfällig sind. Zudem gehören die größeren Mieter des Öfteren zum Bereich der kritischen Infrastruktur. Als solche können sie weiterhin ihre Geschäfte offenhalten, was wiederum zu weitgehend stabilen Mieterlösen führt. Eine defensive Klasse, die sich auch hier auszahlt.

Im ersten Quartal dieses Geschäftsjahres konnte die Immobiliengesellschaft so beispielsweise den Umsatz von 354 Mio. US-Dollar auf 414 Mio. US-Dollar steigern. Die bereinigten Funds from Operations je Aktie stiegen hingegen von 0,82 US-Dollar auf 0,88 US-Dollar. Ein solides Wachstum, das immerhin einem Zuwachs von 7,3 % auf bereinigter Basis entspricht.

Bei einem momentanen Aktienkursniveau von 61,53 US-Dollar wird die Aktie auf annualisierter Basis mit einem Kurs-FFO-Verhältnis von 17,5 bewertet. Bei einer monatlichen Ausschüttung in Höhe von 0,234 US-Dollar beläuft sich die Dividendenrendite hingegen auf 4,56 %. In Anbetracht der adeligen Dividende und der defensiven Klasse würde ich auch hier wohl ein weiteres Mal zugreifen, wenn die Aktie preiswerter würde. Tatsächlich ist Realty Income sogar auf dem vordersten Platz meiner Watchlist.

3) Allianz: Operativer Einbruch, aber intaktes Kerngeschäft

Zu guter Letzt rangiert auch der DAX-Versicherer Allianz weit oben auf meiner Kaufliste für eine potenzielle Korrektur. Dabei ist der Münchener Versicherer jedoch der einzige Name, der kurzfristig mit einem operativen Einbruch zu kämpfen hat. Zumindest ergebnisseitig.

Innerhalb des ersten Quartals sanken so beispielsweise die Ergebnisse je Aktie um fast 30 %. Das ist allerdings vorrangig auf ein schlechteres Anlageergebnis zurückzuführen. Die Umsätze sind im ersten Quartal mit einem leichten Zuwachs von 3,7 % sogar vergleichsweise konstant gewesen.

Oder anders ausgedrückt: Nach der Korrekturphase könnte die Allianz wieder in die operative Erfolgsspur zurückfinden. In den letzten Jahren, die zugegebenermaßen weniger turbulent gewesen sind, konnte der DAX-Versicherer stets mit moderaten Zuwächsen bei Ergebnissen und Gewinnen glänzen. Eine Perspektive, die mittelfristig womöglich wieder wahrscheinlich ist.

Bei dem aktuellen Aktienkursniveau von 179,76 Euro und einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 18,90 Euro käme die Allianz-Aktie auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,5. Die jetzt krisenerprobte Dividende von 9,60 Euro entspräche einer Dividendenrendite in Höhe von 5,34 %. Auch das ist eine Bewertung, die günstiger noch attraktiver wäre. Zumal die mittelfristige Prognose nach einem womöglich schwierigeren Geschäftsjahr 2020 wieder besser werden dürfte.

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Die Aktien von Fresenius, Realty Income und der Allianz sind daher drei Namen, die ziemlich weit oben auf meiner Watchlist rangieren. Zumindest was Dividendenaktien angeht. Zuverlässigkeit wird hier großgeschrieben, zwei der Namen sind sogar operativ relativ beständig. Ein Mix, bei dem es mir schwer fallen würde, wegzusehen.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz, von Fresenius und von Realty Income. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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