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Fresenius kommt besser durch die Krise – Aktie notiert im Plus

·Lesedauer: 4 Min.

Die Coronakrise hat den Gesundheitskonzern im dritten Quartal nicht so stark belastet wie im zweiten. Währungsbereinigt legte der Gewinn sogar zu.

Fresenius-Zentrale in Bad Homburg: Die Medikamententochter Kabi leidet unter einer geringeren Nachfrage, weil wegen der Corona-Pandemie weltweit vielerorts planbare Behandlungen aufgeschoben werden. Foto: dpa
Fresenius-Zentrale in Bad Homburg: Die Medikamententochter Kabi leidet unter einer geringeren Nachfrage, weil wegen der Corona-Pandemie weltweit vielerorts planbare Behandlungen aufgeschoben werden. Foto: dpa

Die Coronakrise macht dem Gesundheitskonzern Fresenius weiterhin zu schaffen: Nachdem der Lockdown im Frühjahr die Zahlen im zweiten Quartal belastet hatte, verdiente der Dax-Konzern auch im dritten Quartal weniger. Allerdings zeigt der Trend insgesamt nach oben: Währungsbereinigt betrachtet legte der Quartalsgewinn sogar leicht zu. An der Börse in Frankfurt starteten die Aktien am Donnerstagmorgen mit leichten Gewinnen.

Weil die Zahl der planbaren Behandlungen angesichts der Pandemie vielerorts nicht das übliche Niveau erreichte, war die Nachfrage nach zahlreichen Produkten der Medikamentensparte Kabi geringer, und die Produktionskapazitäten waren bei steigenden Kosten nicht ausgelastet. Unter dem Strich fiel das Konzernergebnis vor Sondereinflüssen um vier Prozent auf 427 Millionen Euro.

Allerdings spielten auch Währungseffekte eine große Rolle: Rechnet man sie heraus, stieg der Gewinn leicht um ein Prozent. Ohne Covid-19-Effekte, so schätzt der Konzern, wäre der Gewinn währungsbereinigt um ein bis fünf Prozent gestiegen. Beim Umsatz konnte Fresenius von Juli bis September um ein Prozent auf 8,9 Milliarden Euro zulegen. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei fünf Prozent. Ohne Corona-Effekte wäre der Umsatz Konzernberechnungen zufolge währungsbereinigt zwischen sechs und sieben Prozent gestiegen.

Auf Basis der aus Unternehmenssicht insgesamt robusten Entwicklung in diesem Jahr bestätigt Fresenius seine zur Jahresmitte abgegebene Prognose, die Corona-Effekte einbezieht. „Wir sind gut auf die Herausforderungen vorbereitet, vor die uns die Pandemie auch in den nächsten Monaten stellen wird. Deswegen bleibe ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für dieses Jahr erreichen und in den kommenden Jahren gesund weiter wachsen werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm.

Im Gesamtjahr will Fresenius den Umsatz von zuletzt 35,5 Milliarden Euro währungsbereinigt um drei bis sechs Prozent steigern. Das Konzernergebnis soll sich in einem Korridor von minus vier bis plus ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,9 Milliarden Euro bewegen.

Fresenius rechnet auch im vierten Quartal mit belastenden Covid-19-Effekten. In vielen wichtigen Märkten des Konzerns gibt es steigende Infektionszahlen und behördlich verordnete Einschränkungen. Der Konzernausblick berücksichtigt derzeit keine Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die einen wesentlichem Einfluss auf den Gesundheitssektor hätten, ohne dass eine angemessene Kompensation erfolgt.

Analysten bewerten Lage bei Helios positiv

Die ebenfalls im Dax vertretene Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) erzielte mit 4,4 Milliarden Euro einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Allerdings gab es starke negative Währungsumrechnungseffekte bei dem überwiegend in den USA tätigen Unternehmen. Rechnet man diese heraus, wuchs FMC um sechs Prozent. Der Gewinn stieg im Vergleich zu einem schwachen Vorjahresquartal deutlich um sieben Prozent auf 354 Millionen Euro, währungsbereinigt lag der Zuwachs bei elf Prozent. An der Börse legten die FMC-Titel nach Börsenstart um mehr als zwei Prozent zu.

Die auf intravenös zu verabreichende Arzneimittel und Infusionstherapien spezialisierte Unternehmenstochter Kabi büßte wegen der Corona-bedingt gesunkenen Zahl an planbaren Behandlungen insbesondere auch im größten Markt Nordamerika Umsatz und Gewinn ein. Der Umsatz ging um vier Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro zurück, das Ergebnis schrumpfte um sieben Prozent auf 189 Millionen Euro.

Deutlich besser lief es dagegen bei der Krankenhaustochter Helios in Deutschland und Spanien, wo in den Sommermonaten viele aufgeschobene Behandlungen nachgeholt wurden. Insbesondere in Spanien fiel dieser Effekt mit einem organischen Wachstum von zehn Prozent hoch aus, in Deutschland legte Helios um vier Prozent zu. Insgesamt wuchs Helios im dritten Quartal um acht Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis kletterte um 27 Prozent auf 142 Millionen Euro.

Aktuell behandelt Helios in Deutschland rund 60 Covid-Patientinnen und -Patienten intensivmedizinisch. Während der ersten Hochphase der Pandemie im April waren es mehr als 110 gewesen. In Spanien sind es derzeit rund 100 Covid-Patientinnen und -Patienten gegenüber rund 400 in der Spitze im Frühjahr.

Helios hat in Deutschland derzeit rund 1300 Intensivbetten in Betrieb, in Spanien rund 400, von denen jeweils rund ein Drittel frei ist. In Spanien sind die Intensivkapazitäten generell deutlich knapper bemessen als in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens kann die Zahl der Intensivbetten in beiden Ländern zügig erhöht werden.

Die Analysten der Commerzbank bewerteten die Quartalszahlen von Fresenius insgesamt positiv: Insbesondere die Lage bei Helios schätzen sie als vielversprechend ein.

Wie sich die aktuelle Verschärfung der Situation mit einem neuen Lockdown auf die Entwicklung der Patientenzahlen auswirken könnte, darüber möchte Fresenius nicht spekulieren. Helios hat in seinen Krankenhäusern ein umfangreiches Sicherheitskonzept eingerichtet. Alle Patienten, die aufgenommen werden, werden auf das Coronavirus getestet. So hofft der Klinikkonzern, den Menschen die Unsicherheit zu nehmen, damit sie notwendige Arztbesuche wahrnehmen und keine Behandlungen aus Angst vor einer Ansteckung verschieben.

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