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Frauen in Dax-Vorständen verdienen im Schnitt deutlich mehr als Männer

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Bankentürme in Frankfurt am Main
Bankentürme in Frankfurt am Main

Frauen sind in den Führungsetagen deutscher Börsenunternehmen unterrepräsentiert - sie verdienen dort aber im Schnitt mehr als ihre männlichen Kollegen. Mit 2,14 Millionen Euro war die Vergütung weiblicher Vorstände in den Dax-Indizes im vergangenen Jahr um rund 23 Prozent oder 400.000 Euro höher als die der männlichen Vorstandsmitglieder, wie die Beratungsgesellschaft EY am Montag mitteilte.

Demnach liegen Frauen hier bei der sogenannten Gesamtdirektvergütung seit 2015 vor ihren männlichen Kollegen. Grund ist laut EY, das Frauen - wenngleich insgesamt nur selten in den Vorstandsetagen börsennotierter Unternehmen zu finden - vergleichsweise häufiger höherbezahlte Vorstandsposten besetzen. Den Angaben zufolge waren 2019 gut zwölf Prozent aller Vorstandssitze im deutschen Leitindex Dax mit Frauen besetzt - "in den niedriger vergütenden Indizes" MDax (sieben Prozent) und SDax (fünf Prozent) waren es noch deutlich weniger.

EY berücksichtigte bei der Erhebung nach eigenen Angaben nur solche Mitglieder, die das komplette Geschäftsjahr lang im Vorstand saßen. Außerdem ließ das Unternehmen "aus Gründen der Vergleichbarkeit" auch die Vorstandsvorsitzenden außen vor. Diese erhalten noch einmal deutlich höhere Gehälter als der restliche Vorstand - und sind in den 30 größten Börsenunternehmen derzeit ausnahmslos männlich.

Insgesamt sanken die Gehälter der betrachteten Vorstände in den Dax-Indizes laut EY-Analyse aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage 2019 um 4,6 Prozent zum Vorjahr auf durchschnittlich 1,99 Millionen Euro. "Frauen mussten ein Minus von 5,9 Prozent hinnehmen - bei Männern schrumpfte die Vergütung um drei Prozent", teilten die Berater mit.

Auch im laufenden Jahr werde die Vorstandsvergütung weiter sinken: voraussichtlich sogar um zehn bis 15 Prozent. Die Corona-Krise "wird zwar wenig Einfluss auf die Grundvergütung und die langfristige Vergütung haben, sehr wohl aber auf die kurzfristigen Jahresboni der Vorstandsmitglieder", erklärte EY-Experte Jens Massmann. Er verwies auf bereits angekündigte Komplettverzichte auf Bonuszahlungen mehrerer Unternehmen.

dwo/jm