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Franz Tost vor Bahrain-Rennen: "Waren in der Türkei zu blöd"

Maria Reyer
·Lesedauer: 4 Min.

AlphaTauri schafft im Qualifying zum Grand Prix von Bahrain den Einzug in das Q3 und stellt die Boliden mit Pierre Gasly und Daniil Kwjat auf die Plätze acht und zehn. Teamchef Franz Tost ist mit diesem Ergebnis nicht vollkommen zufrieden. Einen Absturz wie zuletzt in der Türkei erwartet er aber nicht.

"In der Türkei haben wir alles verpfuscht, weil wir zu blöd waren, da den richtigen Reifendruck einzustellen" erklärt der Österreicher gegenüber 'Sky' nach dem Qualifying in Bahrain. Ein solches Desaster möchte er kein zweites Mal erleben. Er ist froh, dass seine Mannschaft wieder in die "ursprüngliche Fahrspur" gefunden hat.

"Das ganze Team, beziehungsweise die Techniker, wurden bei den verschiedenen Meetings darauf angesprochen, weil das muss ja alles analysiert werden. Wir wissen auch, was wir falsch gemacht haben. Es ist hier soweit alles bis dato nach Plan gelaufen, von daher mache ich mir da keine Sorgen", winkt er ab.

Gasly verpasst Zielvorgabe vom Teamchef knapp

Im Zeittraining präsentierten sich beide AlphaTauri-Piloten konstant in den Top 10. Am Ende reicht es aber nicht ganz für das erklärte Ziel. "Wir haben ein halbwegs akzeptables Qualifying gemacht. Ich hätte mir eigentlich erwartet, dass Pierre so um den sechsten Rang fährt."

Am Ende verpasst der Franzose dieses Ziel um 31 Hundertstelsekunden. Mit einer Rundenzeit von 1:28.448 Minuten stellt er den AT01 auf Startplatz acht. Wie kam es zu den hohen Erwartungen? "Weil wir einfach ein sehr gutes Auto haben. Weil wir gestern und heute im Freien Training diese Leistung gezeigt haben."

Gasly sei "eigentlich immer" vorne mit dabei gewesen, deshalb hat sich Tost noch ein wenig mehr ausgerechnet. Aber auch Platz acht sei "in Ordnung". Für das Rennen sei man gut aufgestellt, noch alles sei möglich, so der Österreicher. "Ich erwarte beide Autos in den Punkten."

<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Motorsport Images

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Der Franzose selbst zeigt sich nach dem Zeittraining glücklich und zufrieden über seine Performance. "Mein zweiter Versuch in Q3 war eine saubere Runde. Ich habe aber nicht erwartet, dass Renault so einen Schritt macht im Qualifying. Sie waren wohl ein wenig schneller, als sie zuvor gezeigt haben."

Am Ende muss er sich hinter beiden Renault-Piloten und dem Racing Point von Sergio Perez einreihen. "Ich wusste, dass es eng sein würde mit Sergio. Schließlich bin ich nur eineinhalb Zehntel von Platz vier weg. Das bedeutet, dass wir ein sehr konkurrenzfähiges Auto haben."

Gasly spricht gar von einem der "stärksten Qualifyings in diesem Jahr". In Q2 hatte er zunächst versucht, sich auf dem weichen Reifen für Q3 zu qualifizieren. Als dann allerdings aufgrund des Drehers von Carlos Sainz unterbrochen wurde, steckte auch AlphaTauri auf den Medium um. Beide werden am Sonntag auf diesem Reifen starten.

Kwjat zum ersten Mal in Bahrain in Q3

Wie kommt es, dass das Red-Bull-Schwesterteam in der Wüste so stark ist? "Da spielen viele Sachen rein. Schon 2018 hat das Auto hier gut funktioniert. An diesem Wochenende haben wir starke Leistungen in den Trainings gezeigt und ich fahre sehr gern auf diesem Kurs", fasst Gasly zusammen.

Die Strecke komme ihm entgegen - mit den harten Bremspunkten und dem Mix aus verschiedenen Kurventypen und schnellen und langsamen Passagen. "Ich mag diesen Kurstyp mit viel Rhythmus. Das Auto funktioniert hier eigentlich immer recht gut."

<span class="copyright">Charles Coates / Motorsport Images</span>
Charles Coates / Motorsport Images

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Das bestätigt auch Teamkollege Kwjat, der sich zum ersten Mal in Bahrain für das Q3 qualifizieren konnte. "Das ist schon verrückt", muss er lachen. Er fühlte sich ab dem Q1 wohl im Auto, auch die Q2-Runde auf dem Medium habe gut funktioniert, berichtet der Russe.

"In Q3 waren wir dann wohl ein bisschen zu aggressiv. Wir dachten, dass das Auto das bringen würde. Aber es war ein bisschen zu viel für das Heck. Dadurch hatte ich ein paar kurze Ausbrüche auf meiner besten Q3-Runde. Das war nicht ideal", gibt er zu Protokoll.

Am Ende fehlen ihm knapp zwei Zehntelsekunden auf die Gasly-Zeit. "In dieser Runde wären noch ein paar Zehntel drin gewesen." Er hat vor dem Qualifying einen neuen Honda-Motor eingebaut bekommen. "Ein frischer Motor ist immer besser. Wir würden ihn nicht ins Auto schrauben, wären wir uns nicht sicher, dass er auch funktioniert."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.