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Frankreichs Notenbank erwartet Konjunkturabsturz und hohe Arbeitslosigkeit

PARIS (dpa-AFX) - Die französische Notenbank rechnet mit einem massiven Schaden durch die Corona-Krise für die konjunkturelle Entwicklung in Frankreich. Aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Zentralbank geht hervor, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent einbrechen dürfte. Nach diesem Rückschlag werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich erst Mitte 2022 wieder das Niveau erreichen, das Frankreich im Jahr 2019 erzielen konnte. Es ist die erste Prognose zur konjunkturellen Entwicklung durch die Notenbank seit Beginn der Krise.

"Die französische Wirtschaft erholt sich recht schnell von dem scharfen Einbruch im März", sagte Notenbank-Präsident Francois Villeroy de Galhau darüber hinaus in einem Interview mit dem Radiosender France Info Radio. Dennoch werde es lange dauern, bis man die Krise überstanden habe.

Der französische Arbeitsmarkt wird nach Einschätzung der Notenbanker weiter unter den Folgen der Corona-Krise leiden. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 dürfte die Arbeitslosenquote in der Spitze bis nahezu 12 Prozent steigen und damit auf ein Rekordniveau. Bis zum Ende des Jahres 2022 sei nur mit einem Rückgang auf 9,7 Prozent zu rechnen.

Die konjunkturellen Folgen könnten sich im Fall einer zweiten Welle der Corona-Pandemie verschlimmern. Wie aus dem Bericht hervorgeht, rechnet die Notenbank in diesem Fall mit einer noch längeren Erholungsphase der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

Nachdem die französische Wirtschaft zu weiten Teilen heruntergefahren wurde, hat die Wirtschaftstätigkeit nach Einschätzung der Notenbank auf dem Höhepunkt der Krise bei rund zwei Dritteln der normalen Werte gelegen. Ende Mai habe die wirtschaftliche Aktivität etwa 17 Prozent unter dem normalen Niveau gelegen. Bis zum Jahresende geht die Notenbank immer noch von einer Lücke von etwa sieben Prozent aus.