Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    12.645,75
    +102,69 (+0,82%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.198,86
    +27,45 (+0,87%)
     
  • Dow Jones 30

    28.335,57
    -28,09 (-0,10%)
     
  • Gold

    1.903,40
    -1,20 (-0,06%)
     
  • EUR/USD

    1,1868
    +0,0042 (+0,36%)
     
  • BTC-EUR

    11.006,42
    +134,69 (+1,24%)
     
  • CMC Crypto 200

    260,05
    -1,40 (-0,54%)
     
  • Öl (Brent)

    39,78
    -0,86 (-2,12%)
     
  • MDAX

    27.279,59
    +90,42 (+0,33%)
     
  • TecDAX

    3.028,89
    -23,22 (-0,76%)
     
  • SDAX

    12.372,64
    -5,62 (-0,05%)
     
  • Nikkei 225

    23.516,59
    +42,32 (+0,18%)
     
  • FTSE 100

    5.860,28
    +74,63 (+1,29%)
     
  • CAC 40

    4.909,64
    +58,26 (+1,20%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.548,28
    +42,28 (+0,37%)
     

Frankreich setzt auf Corona-Paket von 100 Milliarden Euro

Marie HEUCLIN
·Lesedauer: 3 Min.
100 Milliarden Euro für die französische Konjunktur

Frankreich setzt auf Corona-Paket von 100 Milliarden Euro

100 Milliarden Euro für die französische Konjunktur

Mit einem Corona-Hilfspaket im Umfang von 100 Milliarden Euro will Frankreich die sprunghaft gestiegene Arbeitslosigkeit senken und den Wirtschaftseinbruch abmildern. Das Kabinett billigte den auf zwei Jahre angelegten Konjunkturplan am Donnerstag in Paris. Premierminister Jean Castex nannte das Vorhaben "historisch". Er äußerte die Hoffnung auf eine Schaffung von 160.000 Arbeitsplätzen. 

"Die Wirtschaft ankurbeln und die Arbeitslosigkeit bekämpfen sind die Hauptziele des Plans", sagte Premier Castex dem Radiosender RTL. Damit will die Regierung dem schwersten Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg begegnen. Zwischen April und Juni ging das französische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben des Statistikamts Insee um 13,8 Prozent zurück. Das ist deutlich mehr als in Deutschland, wo das Minus im gleichen Zeitraum rund zehn Prozent betrug.

Die französische Regierung rechnet in diesem Jahr mit rund 800.000 zusätzlichen Arbeitslosen als Folge der Ausgangssperre von März bis Mai. Das ist ein Rückschlag für Präsident Emmanuel Macron: Er hatte im Wahlkampf versprochen, die notorisch hohe Arbeitslosigkeit zu senken. 

Nach Angaben der Regierung sind die Investitionen vier Mal so hoch wie nach der Finanzkrise 2008. Das Milliarden-Hilfspaket umfasst unter anderem verlängerte Kurzarbeiterhilfen und Anreize zur Einstellung junger Menschen. Rund 35 Milliarden Euro sind für Unternehmen vorgesehen, vor allem in Form von Steuersenkungen.

Weitere 30 Milliarden Euro sollen in den "ökologischen Wandel" fließen, etwa zum Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene und die Gebäudedämmung. Umweltministerin Barbara Pompili sprach von einem "Riesenschritt für den Umweltschutz" in Frankreich.

Greenpeace nannte die Maßnahmen dagegen "deutlich weniger grün als es scheint". Für einen effektiven Klimaschutz fehlten Maßnahmen zur Eindämmung des Straßen- und Luftverkehrs sowie für eine ökologische Landwirtschaft. Greenpeace hat die französische Regierung verklagt, weil sie aus Sicht der Organisation nicht genug zur Einhaltung der Pariser Weltklimaziele von 2015 tut. 

Der einflussreiche Gewerkschaftsbund CGT nannte den Plan sozial ungerecht: Für niedrigere Einkommensschichten seien kaum Anreize vorgesehen. Gewerkschaftschef Philippe Martinez sagte, er denke an "Kassiererinnen, Mitarbeiter in Geschäften, Haushaltshilfen und Sicherheitspersonal".

Die konservativen Republikaner als größte Oppositionspartei kritisierten, das Konjunkturpaket komme zu spät. Parteichef Christian Jacob rügte, es wäre vor dem Sommer nötig gewesen. Der Hilfsplan fließt in das französische Budgetgesetz für das kommende Jahr ein, den das Parlament zum Jahresende billigen soll.

Rund 40 Milliarden Euro will die Regierung nach Castex' Worten aus dem Corona-Hilfsfonds finanzieren, auf den sich die EU-Staaten im Juli geeinigt hatten. Die Regierung will ihren Plan im Oktober den anderen EU-Staaten vorstellen.

Den Rest will die Regierung über neue Schulden finanzieren. Die erwartete Gesamtverschuldung Frankreichs für dieses Jahr liegt mit mehr als 120 Prozent des BIP bereits doppelt so hoch als von der EU erlaubt; die Mitgliedstaaten hatten die Schuldenregeln wegen der Pandemie aber vorübergehend ausgesetzt.

Mit mehr als 30.600 Todesfällen ist Frankreich einer der am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Staaten Europas. Seit gut zwei Wochen steigen die Infektionszahlen wieder deutlich an, zuletzt gab es mehr als 7000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Neue Ausgangsbeschränkungen will die Regierung aber unbedingt vermeiden.

lob/cp